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ADHS-Selbsttest

ADHS Test für Erwachsene

Mit diesem kurzen Test erhalten Erwachsene eine erste Einschätzung zu ADHS und den wichtigsten, damit verbundenen Neurodivergenzen.

Der Test ist ein erster Schritt, um die eigenen Symptome und Eigenschaften besser zu verstehen und sowohl Entwicklungspotenziale als auch Herausforderungen zu erkennen.

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ADHS Selbsttest für Erwachsene

Viele Menschen denken bei ADHS an hyperaktive Kinder, die nicht stillsitzen können. Doch ADHS bei Erwachsenen sieht oft ganz anders aus. Es ist leiser, versteckter — und wird deshalb häufig übersehen. Hinter der Unruhe, der Ablenkbarkeit und dem Gefühl, nie ganz bei sich zu sein, verbirgt sich oft eine neurologische Veranlagung, die das gesamte Erleben prägt.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Muster ein Hinweis auf ADHS sind, gibt Ihnen dieser Selbsttest in etwa 4–6 Minuten eine fundierte erste Einschätzung, die dem wissenschaftlichen Stand von 2026 entspricht. Sie erhalten neben ADHS auch Hinweise darüber, wie Ihr Neuroprofil insgesamt aussieht, und Vergleiche zu über 120.000 anderen Profilen.

Habe ich ADHS? — Was hinter der Frage steckt

„Habe ich ADHS?" — wer diese Frage stellt, sucht einerseits nach einer Antwort auf die Frage, ob er oder sie ADHS hat, ja. Aber: Dahinter verbirgt sich oft der Wunsch, endlich zu verstehen, warum man eigentlich anders ist als andere. Warum man bestimmte Dinge so erlebt, wie man sie erlebt.

Genau das ist der wichtigste Aspekt daran. Denn ADHS ist nicht das, was der Name suggeriert. Es ist kein „Defizit" von Aufmerksamkeit und auch keine Störung. Es sind Symptome eines sensiblen Nervensystems, das verzweifelt versucht, in einer sozialen Umwelt zu bestehen, die nicht dafür gemacht ist und dabei gegen sich selber arbeitet.

Genau aus diesem Leid heraus suchen die meisten Menschen nach einer Erklärung. Einer Erklärung dafür, warum das Leben sich so anstrengend anfühlt, obwohl es von außen betrachtet eigentlich funktioniert.

Vielleicht kennen Sie das: Sie haben ein hohes inneres Tempo, das nie wirklich zur Ruhe kommt. Sie springen von Gedanke zu Gedanke, von Projekt zu Projekt. Nicht weil Sie unkonzentriert sind — sondern weil Ihr Nervensystem nach etwas sucht, das es fesselt. Und wenn es das findet, können Sie sich stundenlang vertiefen. Dieser Hyperfokus ist kein Widerspruch zur Ablenkbarkeit. Er ist die andere Seite derselben Veranlagung.

Vielleicht fühlen Sie sich oft überflutet — von Reizen, von Anforderungen, von der schieren Menge an Dingen, die alle ein bisschen wichtig sind. Der bekannte Psychiater Gabor Maté beschreibt ADHS als eine Art „Tuning out": ein Ausklinken als Reaktion auf Überforderung. Die Symptome — Vergesslichkeit, Impulsivität, das sprunghafte Denken — sind nicht die Veranlagung selbst. Sie sind die Flucht vor dem, was in uns passiert.

Vielleicht kennen Sie auch die emotionale Intensität. Langeweile fühlt sich an wie eine Wand. Und wenn etwas Sie nicht fesselt, entstehen Zustände, die einer Depression täuschend ähnlich sehen — bis plötzlich etwas passiert, das Sie aus dem Sumpf reißt und Sie wieder voll da sind. Dieser Wechsel ist typisch für ADHS und wird häufig verkannt.

ADHS Symptome bei Erwachsenen

ADHS-Symptome bei Erwachsenen können ganz anders aussehen als das Bild im Kopf der meisten Menschen. Viele verbinden ADHS noch immer mit Hyperaktivität. Dabei ist das eine statistisch eher männlich geprägte Art, ADHS-Symptome zu zeigen. Viele Menschen haben stattdessen z.B. auch innere Unruhe. Gekennzeichnet ist ADHS eigentlich viel besser durch ein Nervensystem unter Daueranspannung: Es ist ein System, das so überfordert ist, dass es versucht, von der Innenwahrnehmung zu fliehen — diese auszublenden. Die Symptome, die darauf folgen, sind meistens ein Nebeneffekt davon:

Aufmerksamkeit, die dem Interesse folgt: Das ADHS-Nervensystem verteilt Aufmerksamkeit nicht nach Wichtigkeit, sondern nach Interesse. Was fesselt, bekommt alles — was nicht fesselt, bekommt fast nichts, egal wie dringend es wäre. Von außen sieht das aus wie Unzuverlässigkeit. Von innen fühlt es sich an wie ein Motor, der nur auf bestimmten Straßen anspringt.

Hyperfokus: Dieselbe Veranlagung, die das Dranbleiben an Langweiligem fast unmöglich macht, erlaubt stundenlanges, vollständiges Versinken in dem, was das Nervensystem fesselt. Die Forschung beschreibt Hyperfokus inzwischen als eigenständiges Phänomen — in den diagnostischen Kriterien kommt er trotzdem nicht vor, weil dort nur gezählt wird, was fehlt.

Innere Unruhe: Viele Erwachsene mit ADHS können äußerlich still sitzen — der Preis dafür ist ein Inneres, das nie zur Ruhe kommt. Gedanken, die springen, ein Körper, der unter Strom steht, das Gefühl, ständig „an" zu sein. Diese verinnerlichte Form der Hyperaktivität wird in Untersuchungen regelmäßig übersehen, weil sie von außen unsichtbar ist.

Emotionale Intensität: Gefühle kommen bei ADHS schneller, stärker und körperlicher. Forschende wie Russell Barkley argumentieren seit Jahren, dass diese Schwierigkeit, Emotionen zu regulieren, zum Kern von ADHS gehört — in den offiziellen Kriterien fehlt sie trotzdem. Für viele Betroffene ist sie belastender als jedes Konzentrationsproblem.

RSD — Rejection Sensitive Dysphoria: Die vielleicht am meisten unterschätzte Begleiterin von ADHS: eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung und Kritik, die sich körperlich anfühlen kann wie ein Schlag. Selbst kleinste Zurückweisungen — ein knapper Tonfall, eine unbeantwortete Nachricht — können Stunden oder Tage nachhallen. Wir messen RSD als eigene Dimension, weil ihre Folgen oft größer sind als die der ADHS-Symptome selbst.

Exekutive Funktionen im Alltag: Anfangen, dranbleiben, erinnern, sortieren — die unsichtbare Verwaltungsarbeit des Lebens kostet ein ADHS-Nervensystem ein Vielfaches der Energie. Nicht, weil das Wissen fehlt, wie es geht, sondern weil der Startmechanismus anders funktioniert. Die Lücke zwischen Wollen und Anfangen ist eines der am besten belegten und am wenigsten verstandenen ADHS-Muster.

Ob und wie stark sich diese Muster zeigen, hängt vom Kontext ab — von Arbeit, Beziehungen, Schlaf, Stress. Genau deshalb fragt unser Test nicht nur, ob diese Muster da sind, sondern setzt sie ins Verhältnis zu den anderen Dimensionen Ihres Nervensystems.

ADS oder ADHS — Was ist der Unterschied?

Wer nach einem ADS-Test sucht, stößt auf eine Unterscheidung, die es streng genommen nicht mehr gibt. ADS — Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität — war lange eine eigene Kategorie. Menschen mit ADS galten als die „stillen", verträumten Varianten: weniger impulsiv, weniger auffällig, aber innerlich genauso überlastet.

Die Realität ist: ADHS ist ein Spektrum. Es gibt nicht die hyperaktive und die stille Variante als zwei getrennte Dinge. Es gibt ein Nervensystem, das auf bestimmte Weise funktioniert — und das sich bei jedem Menschen anders zeigt. Manche Menschen sind nach außen hin unruhig, andere nach innen. Manche sind impulsiv in Handlungen, andere in Gedanken.

Die diagnostischen Kategorien haben diese Unterscheidung inzwischen aufgelöst. Was früher als ADS bezeichnet wurde, fällt heute unter das ADHS-Spektrum. Unser Test bildet diese Vielfalt ab, ohne Menschen in Schubladen zu sortieren.

ADHS bei Frauen

Die häufigste Fehldiagnose bei Frauen mit ADHS ist die Depression. Das liegt daran, dass ADHS bei Frauen oft anders aussieht als das Bild, das die meisten vor Augen haben. Weniger Hyperaktivität nach außen, mehr innere Unruhe. Weniger Impulsivität in Handlungen, mehr emotionale Überflutung.

Frauen mit ADHS haben oft gelernt, ihre Schwierigkeiten zu kompensieren — durch Perfektionismus, durch Überanpassung, durch das Gefühl, sich noch mehr anstrengen zu müssen. Das Ergebnis: Sie funktionieren nach außen, aber der Preis dafür ist hoch. Chronische Erschöpfung, das Gefühl, nie gut genug zu sein, und eine tiefe Unsicherheit darüber, wer man eigentlich ist, wenn man aufhört zu kompensieren.

Wir haben unseren Test so aufgebaut, dass er diese weniger sichtbaren Muster genauso erfasst wie die offensichtlichen. Er fragt nicht nach Stereotypen, sondern nach Erleben. Deshalb müssen wir im Test auch nicht fragen, ob Sie männlich oder weiblich sind.

Einordnung gegenüber dem ASRS v1.1 (WHO)

Wer online nach einem ADHS-Test sucht, landet fast immer beim selben Instrument: dem ASRS v1.1. Diese Skala wurde 2005 von Ronald Kessler und Kolleg*innen für die Weltgesundheitsorganisation entwickelt — 18 Fragen, die die diagnostischen Kriterien abbilden, dazu eine Kurzversion mit sechs Fragen. Die meisten ADHS-Selbsttests im Netz sind Varianten genau dieser sechs Fragen, ob sie es dazusagen oder nicht.

Der ASRS wurde als kurzes Screening für den klinischen Kontext entwickelt — für Situationen, in denen bereits ein Verdacht besteht und eine Fachperson das Ergebnis einordnet. Er ist defizitär gestaltet und funktioniert zudem als frei stehender Online-Test gar nicht gut. Seine größte Schwäche offenbart der ASRS bei Menschen mit Depressionen: Die Skala übersieht dort einen erheblichen Teil der tatsächlichen ADHS-Muster und verwechselt gleichzeitig depressive Symptome mit ADHS-Symptomen. Wenn Sie den Abschnitt über Frauen gelesen haben, ahnen Sie, warum uns das wichtig ist — Depression ist nämlich die häufigste Fehldiagnose bei Frauen mit ADHS.

Es gibt aber noch tiefere Probleme. Denn jede einzelne ASRS-Frage fragt nach einem Versagen: Wie oft haben Sie Schwierigkeiten? Wie oft machen Sie Flüchtigkeitsfehler? Wie oft schieben Sie auf? Das ist die Logik der diagnostischen Kriterien, die dahinterstehen — entwickelt überwiegend an Kindern, vor allem an Jungen, und bis heute blind für das, was Forschende wie Russell Barkley längst als Kernbestandteil von ADHS beschreiben: die emotionale Intensität. Auch Hyperfokus kommt im ASRS nicht vor. RSD (Ablehnungssensitivität) kommt nicht vor. Das Nervensystem, das hinter all dem steht, kommt nicht vor. Was bleibt, ist eine Liste von Fehlleistungen.

Unser Test geht deshalb einen anderen Weg. Er misst nicht sechs Defizite, sondern vierzehn Dimensionen — darunter genau die Bereiche, die der ASRS auslässt: emotionale Intensität, RSD, sensorische Verarbeitung, Hochsensibilität. Eine Diagnose ist auch unser Test nicht, das haben beide gemeinsam. Aber er zeichnet ein Bild statt einer Punktzahl — und ein Bild können Sie lesen, verstehen und weiterdenken.

ADHS Diagnose bei Erwachsenen

Wer in Deutschland eine ADHS-Diagnose anstrebt, sollte sich auf Wartezeiten einstellen — oft mehrere Monate, manchmal über ein Jahr. Das liegt nicht nur an der Überlastung des Systems, sondern auch daran, dass viele diagnostische Stellen ihre Verfahren an Kindern und Jugendlichen ausgerichtet haben. Erwachsene, die über Jahrzehnte Kompensationsstrategien aufgebaut haben, fallen durch dieses Raster.

Unser Test ersetzt keine Diagnose. Er kann aber einen wichtigen ersten Schritt darstellen: das eigene Erleben in Worte zu fassen und zu verstehen, dass das, was man fühlt, einen Namen hat. Für viele Menschen ist allein diese Erkenntnis entlastend — lange bevor eine formale Diagnose überhaupt möglich ist.

Was bei der Wahl einer diagnostischen Stelle wichtig ist: Das Personal sollte mit dem Neurodiversitäts-Paradigma vertraut sein und nicht ausschließlich nach Defiziten suchen. Ein guter Diagnostiker versteht, dass ADHS keine Störung ist, die man reparieren muss — sondern eine Veranlagung, die es zu verstehen gilt.

Was diesen ADHS-Test von anderen unterscheidet

Ein reiner ADHS-Test fragt nach ADHS-Symptomen und findet ADHS-Symptome. Das klingt logisch, ist aber aus drei Gründen irreführend:

Zum einen überschneiden sich viele Muster, die häufig in der medialen Darstellung mit ADHS assoziiert werden, mit autistischen Zügen oder auch mit Hochsensibilität. Wer nur in eine Richtung schaut, übersieht also das Gesamtbild.

Zum zweiten gibt es viele „benachbarte" Neurodivergenzen von ADHS, die einen großen Einfluss darauf haben, wer wir sind und wie wir fühlen. Ein Beispiel dafür ist RSD (rejection sensitive dysphoria). RSD ist sehr häufig bei ADHSler*innen anzutreffen und führt dazu, dass oft selbst kleinste Kritik körperlich als Angriff oder Ablehnung empfunden wird. Oft hat RSD noch größere Konsequenzen als ADHS — und deshalb ist es so wichtig, auch danach zu schauen. Unser Test hat viele solcher Dimensionen, die gleichzeitig mit getestet werden, um eine Selbsteinschätzung zu erhalten.

Zum dritten sind ADHS-Tests oft defizitär aufgebaut. Sie suchen nach Fehlern, Makeln, Dysfunktionalität. Unser Test kommt aber aus dem wissenschaftlichen Paradigma der Neurodiversität: Der Erkenntnis, dass neurologische Vielfalt dazu führt, dass wir anders erleben — nicht Störungen. Diese grundlegende Perspektive zieht sich durch den Test und auch durch das Neuroprofil, das wir erstellen.

Unser Test stellt keine Diagnose und ist nicht medizinisch. Er versucht stattdessen, Ihr Neuroprofil abzubilden — die Art und Weise, wie Ihr Nervensystem funktioniert. Nicht nur in Bezug auf Aufmerksamkeit, sondern auf allen Ebenen: Wahrnehmung, Emotionalität, soziales Erleben, sensorische Verarbeitung. Es stellt sich heraus, dass Menschen mit einem solchen ganzheitlichen Blick viel mehr anfangen können als mit einem isolierten Testergebnis.

Ein Test, der nur nach ADHS-Defiziten sucht, wird immer Defizite finden. Es wird das Nervensystem dahinter leider auch übersehen. Ein Nervensystem, das intensiver wahrnimmt, intensiver fühlt und intensiver reagiert. Wer dieses Muster versteht, hat mehr in der Hand als ein Testergebnis — nämlich einen Ansatzpunkt, das eigene Leben passender zu gestalten.

Nazim Venutti, MSc Psych
Nazim Venutti, MSc Psych

ist Klinischer Psychologe und Gründer von Zensitively. Er hat sich auf Neurodiversität spezialisiert – insbesondere ADHS, Autismus und Hochsensibilität – und diesen Test auf Grundlage validierter psychologischer Instrumente entwickelt. Als selbst neurodivergenter Mensch verbindet er klinische Expertise mit einer Perspektive aus Innen heraus.

Häufig gestellte Fragen

Der Test dauert in der Regel 4 bis 6 Minuten. Er besteht aus mehreren kurzen Fragen, die Sie intuitiv beantworten können — es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.

Direkt nach Abschluss erhalten Sie Ihr persönliches Neuroprofil mit einer detaillierten Auswertung über verschiedene Dimensionen der Neurodiversität.

Ja, der Test ist vollständig kostenlos. Sie benötigen lediglich eine E-Mail-Adresse, um Ihre Ergebnisse zu erhalten — dies dient ausschließlich der sicheren Zustellung Ihres persönlichen Neuroprofils.

Es gibt keine versteckten Kosten und keine Verpflichtung. Optionale Zusatzangebote wie der Neurokompass oder das E-Book werden Ihnen nach der Auswertung vorgestellt, sind aber nicht Voraussetzung für die Nutzung des Tests.

Nein, dieser Test ersetzt keine professionelle Diagnose. Eine klinische Diagnose kann nur von qualifizierten medizinischen oder psychotherapeutischen Fachleuten nach eingehender Untersuchung gestellt werden.

Was der Test bietet, ist eine wissenschaftlich orientierte Selbsteinschätzung. Er zeigt Tendenzen und Muster auf, die Ihnen helfen können, Ihr eigenes Nervensystem besser zu verstehen — und dient vielen Menschen als wertvoller Ausgangspunkt für weitere Selbstreflexion oder ein Gespräch mit Fachleuten.

Ja, Ihre Daten werden vollständig vertraulich behandelt und nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) geschützt. Ihre Antworten und Ergebnisse werden verschlüsselt gespeichert und niemals an Dritte verkauft oder weitergegeben.

Viele Muster, die mit ADHS, Autismus oder Hochsensibilität assoziiert werden, überschneiden sich erheblich. Ein isolierter Test für nur eine Dimension übersieht dieses Gesamtbild und kann zu mehr Verwirrung als Klarheit führen.

Unser Test erfasst gleichzeitig mehrere Dimensionen der Neurodiversität — darunter auch Faktoren wie RSD (Rejection Sensitive Dysphoria) und Alexithymie, die einen großen Einfluss auf das tägliche Erleben haben, aber in herkömmlichen Tests oft nicht berücksichtigt werden.

So erhalten Sie ein ganzheitliches Bild Ihres Nervensystems, statt nur einen Ausschnitt. Dieser breitere Blick hilft Ihnen, sich selbst besser zu verstehen — unabhängig davon, ob eine einzelne Diagnose zutrifft oder nicht.

Der Test basiert auf der Analyse von über 120.000 Datensätzen und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Er orientiert sich an anerkannten wissenschaftlichen Prinzipien und berücksichtigt moderne diagnostische Erkenntnisse, die über veraltete Klassifikationssysteme hinausgehen.

Im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Tests verfolgt unser Ansatz das Neurodiversitäts-Paradigma: die wissenschaftliche Erkenntnis, dass neurologische Vielfalt natürlich ist und verschiedene Nervensysteme unterschiedliche Stärken und Herausforderungen mit sich bringen. Der Test wurde bewusst so gestaltet, dass er auch bei Frauen und bei Menschen, die stark maskieren, verlässliche Ergebnisse liefert.

ADS — Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität — ist eine veraltete Bezeichnung. Die diagnostischen Kategorien haben diese Unterscheidung inzwischen aufgelöst. Was früher als ADS bezeichnet wurde, fällt heute unter das ADHS-Spektrum als vorwiegend unaufmerksamer Typ.

ADHS ist ein Spektrum mit verschiedenen Ausprägungen. Manche Menschen sind nach außen hin unruhig, andere nach innen. Manche sind impulsiv in Handlungen, andere in Gedanken. Unser Test bildet diese Vielfalt ab, ohne in Schubladen zu sortieren.

Oft erst spät — viele Frauen erhalten ihre Einordnung erst als Erwachsene, nicht selten erst, nachdem ihre eigenen Kinder eine ADHS-Diagnose bekommen haben und sie sich in den Fragebögen wiedererkennen. Typisch sind außerdem Verstärkungen in hormonellen Umbruchphasen, etwa nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren.

Für einen Selbsttest heißt das: Er muss nach innerem Erleben fragen, nicht nach sichtbarem Verhalten. Tagträumen, innere Unruhe und emotionale Überflutung erfassen unsere Fragen genauso wie die offensichtlicheren Muster — mehr dazu im Abschnitt „ADHS bei Frauen“ weiter oben auf dieser Seite.