Finden Sie in fünf Minuten heraus, wie ausgeprägt die mit ADHS assoziierten Muster bei Ihnen sind — und was Sie im Alltag die meiste Energie kostet.
Psychologisch geprüft von M.Sc. Psych. Nazim Venutti · Letzte Aktualisierung: September 2026
Eine ADHS-Abklärung im Erwachsenenalter ist in Deutschland aufwendig: Es gibt wenige spezialisierte Stellen, lange Wartezeiten und diagnostische Kriterien, die überwiegend aus der Arbeit mit Kindern stammen statt mit Erwachsenen.
Selbsttests schließen die Lücke zwischen Vermutung und Verstehen — sie machen es möglich, die eigenen Muster ohne Termin und in Ruhe einzuordnen und das eigene Neuroprofil zu erforschen.






Viele Menschen denken bei ADHS an ein hyperaktives Kind, das nicht stillsitzen kann. Bei Erwachsenen sieht ADHS oft anders aus: leiser, innerlicher und leicht zu übersehen. Die Hyperaktivität zeigt sich dann eher als innere Unruhe statt als ständige Bewegung, und viele Erwachsene erkennen das Muster erst Jahre später.
Das ZNI wertet Ihre Antworten auf sieben Skalen aus. Zwei davon sind für ADHS besonders aussagekräftig.
Kinetisch-kognitiver Lernstil
Diese Skala wird häufig mit ADHS assoziiert und erfasst, wie Ihr Nervensystem eigentlich am besten lernt: durch körperliche Interaktion, Ausprobieren, Erforschen. Auch das stundenlange Versinken in etwas, von dem man gefesselt worden ist. Da das moderne Leben oft ein Lernen fordert, das rein denkend funktioniert, führt das zu negativen Symptomen, die wiederum stark mit ADHS in Verbindung gebracht werden: das innere Tempo, das nie ganz stillsteht, das Springen zwischen Gedanken und Projekten.
Emotionale Überwältigung
Diese Skala erfasst, wie stark Ablehnung, Kritik und Zurückweisung körperlich empfunden werden. Sie ist mit RSD (Rejection Sensitive Dysphoria) assoziiert, einem Muster, das in der ADHS-Forschung beschrieben wird. In unserer Arbeit am Institut sehen wir häufig, dass dieser Bereich den Alltag noch stärker prägt als die ADHS-Muster selbst.
Die übrigen fünf Skalen (Hochsensibilität, Monotropismus, Camouflagieren, Alexithymie und Selbstkritik) werden mit ausgewertet. ADHS-Muster stehen selten allein, und erst im Gesamtbild wird sichtbar, welche davon Ihren Alltag wirklich bestimmen.
Der kostenlose Selbsttest besteht aus 60 Aussagen. Bei jeder geben Sie an, wie sehr sie auf Sie zutrifft, von „trifft gar nicht zu" bis „trifft voll zu". Das dauert etwa fünf Minuten. Das ZNI wurde bereits über 150.000 Mal auf der ganzen Welt ausgefüllt, in sieben Sprachen.
Beantworten Sie die Aussagen intuitiv — es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Nach der letzten Aussage geben Sie Ihre E-Mail-Adresse und einen sechsstelligen Code ein und sehen dann Ihr Ergebnis. Sie können den Test so oft wiederholen, wie Sie möchten.
Dieser Test ist für Erwachsene, die Muster wie diese an sich kennen: schwer mit Aufgaben anfangen, das Zeitgefühl verlieren oder sich stundenlang in etwas vertiefen, das sie interessiert. Er ist gleichermaßen für Menschen mit oder ohne Diagnose, mit Selbstdiagnose, Früh- oder Späterkennung gemacht. Für Kinder ist er nicht wissenschaftlich validiert, für Erwachsene schon.
Ihr kostenloses Ergebnis zeigt vier Dinge:
Je höher der Wert in einem Bereich, desto stärker passen Ihre Antworten zu diesem Muster. Wenn Sie weitergehen möchten, gibt es das vollständige Neuroprofil als optionales Angebot: Es benennt jede Ursache und erklärt Ihr Profil im Ganzen, auf ca. 40–60 Seiten, anhand Ihrer Antworten.
Das ZNI wurde an etablierten ADHS-Fragebögen validiert, etwa den Conners-Skalen (CAARS), und sogar an Menschen mit ADHS-Diagnose. Das Ergebnis: Was dieser Test zeigt, entspricht dem, was Fachleute diagnostizieren. Menschen mit einer ADHS-Diagnose schneiden deutlich höher ab als Menschen ohne.
Die Ergebnisse sind außerdem stabil. Wer den Test Wochen später wiederholt, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Alle Zahlen stehen in der technischen Dokumentation.
Das ZNI ist ein sehr beliebter und effektiver Test, hat aber wie jeder Selbsttest seine Grenzen:
Wenn diese Muster Ihre Arbeit, Ihre Beziehungen oder Ihren Alltag belasten, sprechen Sie mit einer Fachperson über eine ADHS-Abklärung. Nehmen Sie Ihr Ergebnis bzw. Ihr Neuroprofil und ein paar Beispiele aus Ihrem Alltag mit — das erleichtert das erste Gespräch.
„Habe ich ADHS?“ — wer diese Frage stellt, sucht einerseits nach einer Antwort auf die Frage, ob er oder sie ADHS hat, ja. Aber: Dahinter verbirgt sich oft der Wunsch, endlich zu verstehen, warum man eigentlich anders ist als andere. Warum man bestimmte Dinge so erlebt, wie man sie erlebt.
Genau das ist der wichtigste Aspekt daran. Denn ADHS ist nicht nur das, was der Name suggeriert. Die medizinischen Klassifikationen ICD-11 und DSM-5-TR führen ADHS als neuronale Entwicklungsstörung. Aus Sicht der Neurodiversitätsbewegung ist ADHS dagegen kein „Defizit“ von Aufmerksamkeit und keine Störung, sondern Ausdruck eines sensiblen Nervensystems, das verzweifelt versucht, in einer sozialen Umwelt zu bestehen, die nicht dafür gemacht ist, und dabei gegen sich selbst arbeitet. Keine Störung heißt dabei nicht keine Behinderung: ADHS kann eine Behinderung sein, ohne eine Störung zu sein.
Genau aus diesem Leid heraus suchen die meisten Menschen nach einer Erklärung. Einer Erklärung dafür, warum das Leben sich so anstrengend anfühlt, obwohl es von außen betrachtet eigentlich funktioniert.
Vielleicht kennen Sie das: Sie haben ein hohes inneres Tempo, das nie wirklich zur Ruhe kommt. Sie springen von Gedanke zu Gedanke, von Projekt zu Projekt. Nicht weil Sie unkonzentriert sind — sondern weil Ihr Nervensystem nach etwas sucht, das es fesselt. Und wenn es das findet, können Sie sich stundenlang vertiefen. Dieser Hyperfokus ist kein Widerspruch zur Ablenkbarkeit. Er ist die andere Seite derselben Veranlagung.
Vielleicht fühlen Sie sich oft überflutet — von Reizen, von Anforderungen, von der schieren Menge an Dingen, die alle ein bisschen wichtig sind. Der kanadische Arzt Gabor Maté beschreibt ADHS als eine Art „Tuning out“: ein Ausklinken als Reaktion auf Überforderung. Die Symptome — Vergesslichkeit, Impulsivität, das sprunghafte Denken — sind in dieser Sicht nicht die Veranlagung selbst, sondern die Flucht vor dem, was in uns passiert.
Vielleicht kennen Sie auch die emotionale Intensität. Langeweile fühlt sich an wie eine Wand. Und wenn etwas Sie nicht fesselt, entstehen Zustände, die einer Depression täuschend ähnlich sehen — bis plötzlich etwas passiert, das Sie aus dem Sumpf reißt und Sie wieder voll da sind. Dieser Wechsel ist typisch für ADHS und wird häufig verkannt.
ADHS-Symptome bei Erwachsenen können ganz anders aussehen als das Bild im Kopf der meisten Menschen. Viele verbinden ADHS noch immer mit Hyperaktivität. Dabei ist das eine statistisch eher männlich geprägte Art, ADHS-Symptome zu zeigen. Viele Menschen haben stattdessen z.B. auch innere Unruhe. Die diagnostischen Kriterien beschreiben Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Unserer Ansicht nach ist ADHS jedoch besser gekennzeichnet durch ein Nervensystem unter Daueranspannung: ein System, das so überfordert ist, dass es versucht, von der Innenwahrnehmung zu fliehen — diese auszublenden. Die Symptome, die darauf folgen, sind aus dieser Sicht meistens ein Nebeneffekt davon:
Aufmerksamkeit, die dem Interesse folgt: Das ADHS-Nervensystem verteilt Aufmerksamkeit nicht nach Wichtigkeit, sondern nach Interesse. Was fesselt, bekommt alles — was nicht fesselt, bekommt fast nichts, egal wie dringend es wäre. Von außen sieht das aus wie Unzuverlässigkeit. Von innen fühlt es sich an wie ein Motor, der nur auf bestimmten Straßen anspringt.
Hyperfokus: Dieselbe Veranlagung, die das Dranbleiben an Langweiligem fast unmöglich macht, erlaubt stundenlanges, vollständiges Versinken in dem, was das Nervensystem fesselt. Die Forschung beschreibt Hyperfokus inzwischen als eigenständiges Phänomen — in den diagnostischen Kriterien kommt er trotzdem nicht vor, weil dort nur gezählt wird, was fehlt.
Innere Unruhe: Viele Erwachsene mit ADHS können äußerlich still sitzen — der Preis dafür ist ein Inneres, das nie zur Ruhe kommt. Gedanken, die springen, ein Körper, der unter Strom steht, das Gefühl, ständig „an“ zu sein. Diese verinnerlichte Form der Hyperaktivität wird in Untersuchungen regelmäßig übersehen, weil sie von außen unsichtbar ist.
Emotionale Intensität: Gefühle kommen bei ADHS schneller, stärker und körperlicher. Forschende wie Russell Barkley argumentieren seit Jahren, dass diese Schwierigkeit, Emotionen zu regulieren, zum Kern von ADHS gehört — in den offiziellen Kriterien fehlt sie trotzdem. Für viele Betroffene ist sie belastender als jedes Konzentrationsproblem.
RSD — Rejection Sensitive Dysphoria: Die vielleicht am meisten unterschätzte Begleiterin von ADHS: eine extreme Empfindlichkeit gegenüber Ablehnung und Kritik, die sich körperlich anfühlen kann wie ein Schlag. Selbst kleinste Zurückweisungen — ein knapper Tonfall, eine unbeantwortete Nachricht — können Stunden oder Tage nachhallen. Das ZNI erfasst diese Empfindlichkeit mit der Skala Emotionale Überwältigung, die mit RSD assoziiert ist, weil sie den Alltag oft stärker prägt, als von außen sichtbar ist.
Exekutive Funktionen im Alltag: Anfangen, dranbleiben, erinnern, sortieren — die unsichtbare Verwaltungsarbeit des Lebens kostet ein ADHS-Nervensystem ein Vielfaches der Energie. Nicht, weil das Wissen fehlt, wie es geht, sondern weil der Startmechanismus anders funktioniert. Die Lücke zwischen Wollen und Anfangen ist ein gut belegtes und zugleich wenig verstandenes ADHS-Muster.
Ob und wie stark sich diese Muster zeigen, hängt vom Kontext ab — von Arbeit, Beziehungen, Schlaf, Stress. Genau deshalb fragt unser Test nicht nur nach diesen Mustern, sondern setzt Ihre Antworten ins Verhältnis zu den anderen Skalen des ZNI.
Wer nach einem ADS-Test sucht, stößt auf eine Unterscheidung, die es streng genommen nicht mehr gibt. ADS — Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität — war lange eine eigene Kategorie. Menschen mit ADS galten als die „stillen“, verträumten Varianten: weniger impulsiv, weniger auffällig, aber innerlich genauso überlastet.
Die Realität ist: ADHS ist ein Spektrum. Es gibt nicht die hyperaktive und die stille Variante als zwei getrennte Dinge. Es gibt ein Nervensystem, das auf bestimmte Weise funktioniert — und das sich bei jedem Menschen anders zeigt. Manche Menschen sind nach außen hin unruhig, andere nach innen. Manche sind impulsiv in Handlungen, andere in Gedanken.
Die diagnostischen Kategorien haben diese Unterscheidung inzwischen aufgelöst. Was früher als ADS bezeichnet wurde, fällt heute unter das ADHS-Spektrum. Unser Test bildet diese Vielfalt ab, ohne Menschen in Schubladen zu sortieren.
Eine häufige Fehldiagnose bei Frauen mit ADHS ist die Depression. Das liegt daran, dass ADHS bei Frauen oft anders aussieht als das Bild, das die meisten vor Augen haben. Weniger Hyperaktivität nach außen, mehr innere Unruhe. Weniger Impulsivität in Handlungen, mehr emotionale Überflutung.
Frauen mit ADHS haben oft gelernt, ihre Schwierigkeiten zu kompensieren — durch Perfektionismus, durch Überanpassung, durch das Gefühl, sich noch mehr anstrengen zu müssen. Das Ergebnis: Sie funktionieren nach außen, aber der Preis dafür ist hoch. Chronische Erschöpfung, das Gefühl, nie gut genug zu sein, und eine tiefe Unsicherheit darüber, wer man eigentlich ist, wenn man aufhört zu kompensieren.
Wir haben unseren Test so aufgebaut, dass er nach diesen weniger sichtbaren Mustern ebenso fragt wie nach den offensichtlichen. Er fragt nicht nach Stereotypen, sondern nach Erleben. Deshalb müssen wir im Test auch nicht fragen, ob Sie männlich oder weiblich sind.
Wer online nach einem ADHS-Test sucht, landet häufig beim selben Fragebogen: dem ASRS v1.1. Diese Skala wurde 2005 von Ronald Kessler und Kolleg*innen für die Weltgesundheitsorganisation entwickelt — 18 Fragen, die die diagnostischen Kriterien abbilden, dazu eine Kurzversion mit sechs Fragen. Viele ADHS-Selbsttests im Netz beruhen auf genau diesen sechs Fragen.
Kessler und Kolleg*innen beschreiben den ASRS als kurze Screening-Skala für die Allgemeinbevölkerung. Ein Screening sortiert vor: Es zeigt, ob eine genauere Untersuchung sinnvoll sein könnte. Wie gut das gelingt, hängt davon ab, wer den Fragebogen ausfüllt. Eine Studie aus dem Jahr 2018 prüfte den ASRS bei Erwachsenen mit einer Depression: Viele seiner positiven Ergebnisse lagen falsch, nur etwa jedes fünfte ging mit einer ADHS-Diagnose einher. Ein negatives Ergebnis sprach dagegen recht sicher gegen ADHS. Die Autor*innen folgern, dass ein positives Ergebnis sorgfältig zu prüfen ist, weil die Symptome aus der Depression stammen können. Depression ist eine häufige Fehldiagnose bei Frauen mit ADHS.
Hinzu kommt eine inhaltliche Grenze. Die ASRS-Fragen folgen den diagnostischen Kriterien und fragen nach Schwierigkeiten: Wie oft haben Sie Schwierigkeiten? Wie oft machen Sie Flüchtigkeitsfehler? Wie oft schieben Sie auf? Diese Kriterien wurden überwiegend an Kindern entwickelt, vor allem an Jungen, und sie enthalten nicht, was Forschende wie Russell Barkley als Kernbestandteil von ADHS beschreiben: die emotionale Intensität. Auch Hyperfokus und RSD (Ablehnungssensitivität) kommen im ASRS nicht vor. Für ein Screening ist das folgerichtig. Über das Erleben dahinter sagt es wenig.
Das ZNI geht in beiden Punkten weiter. Für ADHS selbst wurde seine Skala an den Conners-Skalen (CAARS) geprüft, die Fachleute in der ADHS-Diagnostik nutzen. Menschen mit ADHS-Diagnose schneiden darauf deutlich höher ab.
Das ZNI erfasst außerdem genau das, was dem ASRS fehlt: die emotionale Intensität und RSD, die in der Skala Emotionale Überwältigung angezeigt werden. Diese Aspekte gewinnen in der Forschung zunehmend an Bedeutung und helfen z. B. dabei, ADHS von Depression abzugrenzen. Und weil es sieben Bereiche zugleich auswertet, zeigt es, was Ihren Alltag sonst noch prägt, etwa Hochsensibilität, Alexithymie oder Maskieren, statt jede Schwierigkeit als ADHS zu deuten.
Auch ist das ZNI hilfreich dabei, zwischen Symptomen zu differenzieren, die auf ADHS oder AuDHS deuten — also Autismus und ADHS zusammen. Auch das ist ein Schwachpunkt des ASRS.
Wer in Deutschland eine ADHS-Diagnose anstrebt, sollte sich auf Wartezeiten einstellen — oft mehrere Monate, manchmal über ein Jahr. Hinzu kommt, dass viele diagnostische Verfahren ursprünglich für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden. Erwachsene, die über Jahrzehnte Kompensationsstrategien aufgebaut haben, fallen dabei leicht durch das Raster.
Unser Test ersetzt keine Diagnose, er beantwortet eine andere Frage. Er kann aber ein wichtiger erster Schritt sein: das eigene Erleben in Worte zu fassen und zu sehen, dass es Begriffe dafür gibt, die viele Menschen mit Ihnen teilen. Für viele ist allein das entlastend, unabhängig davon, ob sie eine Diagnose anstreben.
Was bei der Wahl einer diagnostischen Stelle wichtig ist: Das Personal sollte mit dem Neurodiversitäts-Paradigma vertraut sein und nicht ausschließlich nach Defiziten suchen. Aus unserer Sicht behandelt eine gute diagnostische Begleitung ADHS nicht nur als Störung, die man reparieren muss, sondern auch als Veranlagung, die es zu verstehen gilt.
Wie andere ADHS-Tests erfasst dieser Test, wie stark ADHS-assoziierte Muster in Ihren Antworten vorkommen. Nur ist er dafür besser geprüft als die meisten ADHS-Tests im Netz: an den Skalen, die Fachleute nutzen, und an Menschen mit ADHS-Diagnose. Und er geht weiter: Er erfasst auch die Stärken, die oft mit diesen Mustern einhergehen, etwa das tiefe Eintauchen in Dinge, die Sie interessieren. Dazu wertet er sechs weitere Bereiche aus, die Ihren Alltag prägen, von emotionaler Intensität bis Hochsensibilität.
Grundlage des Tests
Das ZNI wurde am Zensitively Institut unter der Leitung des klinischen Psychologen Nazim Venutti entwickelt; die 60 Aussagen sind selbst formuliert. Es baut auf etablierten Forschungsfragebögen auf, für ADHS bei Erwachsenen auf den Conners-Skalen (CAARS). Statt Diagnosekriterien abzufragen, zeigt der Test, wie stark jedes Muster in Ihren Antworten vorkommt.

ist Klinischer Psychologe und Gründer von Zensitively. Er hat sich auf Neurodiversität spezialisiert – insbesondere ADHS, Autismus und Hochsensibilität – und das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) entwickelt, dessen Gütekriterien in einer technischen Dokumentation veröffentlicht sind. Als selbst neurodivergenter Mensch verbindet er klinische Expertise mit einer Perspektive aus Innen heraus. Mehr über den Autor
Ob eine ADHS-Diagnose zutrifft, klären Fachärztinnen und Fachärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Erfahrung in der ADHS-Diagnostik. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch über die heutigen Schwierigkeiten und über die Kindheit, denn einige Merkmale müssen schon vor dem zwölften Lebensjahr aufgetreten sein, wenn möglich Angaben von Angehörigen sowie standardisierte Fragebögen (DSM-5-TR; S3-Leitlinie ADHS, AWMF 2018). Ein Online-Selbsttest stellt keine Diagnose.
Eine Diagnose hat eine klare Funktion: Sie öffnet den Zugang zu Medikation, zu Therapie über die Krankenkasse, zu Nachteilsausgleich in Ausbildung, Studium und Beruf und zur Anerkennung einer Behinderung. Dafür muss sie einordnen: Die Kriterien fragen, ob genug Merkmale einer Kategorie zutreffen; ein individuelles Neuroprofil abzubilden, ist nicht ihre Aufgabe. Aus Sicht der Neurodiversitätsbewegung kommt dabei das eigene Erleben zu kurz. Für viele ist eine Diagnose trotzdem ein wichtiger Schritt, weil sie dem Erleben einen Namen gibt, den Schule, Arbeitgeber und Behörden anerkennen.
Das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) beantwortet eine andere Frage. Es folgt dem Neurodiversitäts-Paradigma, nach dem neurodivergente Menschen vor allem durch ihre Umwelt belastet werden. Dazu zählen Diskriminierung durch Neuronormativität, fehlender Zugang zu Ressourcen, die zum eigenen Nervensystem passen, und fehlender Nachteilsausgleich. Die 60 Aussagen zeigen, in welchen Bereichen Belastung entsteht und wie viel Sie nach eigener Angabe dafür zahlen, dass Ihr Nervensystem in einer neuronormativen Umwelt anders arbeitet.
Die Skala des ZNI, die mit ADHS assoziiert ist, ist psychometrisch geprüft. Der Kinetisch-kognitive Lernstil misst zuverlässig, bleibt über Wochen stabil und stimmt eng mit den Conners-Skalen (CAARS) überein, die Fachleute in der ADHS-Diagnostik nutzen. Das ZNI ist für Menschen gemacht, die sich selbst verstehen und ihren Alltag passender gestalten wollen, mit Diagnose, mit Selbstdiagnose oder ohne. Eine Diagnose stellt es nicht, und es ersetzt keine Abklärung.
DSM-5-TR und ICD-11 unterscheiden drei Erscheinungsbilder: vorwiegend unaufmerksam, vorwiegend hyperaktiv-impulsiv und kombiniert. Das vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsbild wird im Alltag oft ADS genannt. Das Erscheinungsbild kann sich im Laufe des Lebens verändern; bei Erwachsenen zeigt sich Hyperaktivität häufig eher als innere Unruhe.
Nach der S3-Leitlinie sind die Kernsymptome der ADHS eher extreme Ausprägungen von Merkmalen, die in der Bevölkerung kontinuierlich verteilt sind (S3-Leitlinie ADHS, AWMF 2018). Die Diagnosesysteme ziehen trotzdem Grenzen, weil Behandlung eine klare Entscheidung braucht. Aus Sicht der Neurodiversitätsbewegung ist ADHS keine Störung, sondern eine Art, Aufmerksamkeit und Antrieb zu organisieren; ICD-11 und DSM-5-TR führen ADHS weiterhin als Störung. Keine Störung heißt dabei nicht keine Behinderung: ADHS kann eine Behinderung sein, ohne eine Störung zu sein.
Das ZNI sortiert nicht nach Typen. Es zeigt den Kinetisch-kognitiven Lernstil, ein Engagement, das von Interesse und Reiz abhängt, mit Anlaufschwierigkeit und Bewegungsdrang, als Wert von 0 bis 100 neben sechs weiteren Skalen. In den Daten des ZNI hängt er am stärksten mit Monotropismus und Emotionaler Überwältigung zusammen: Muster, die mit ADHS assoziiert sind, stehen oft nicht allein.
Nein. Bei Kleinkindern gehören Unruhe und eine kurze Aufmerksamkeitsspanne zur normalen Entwicklung, deshalb wird ADHS in diesem Alter in der Regel nicht diagnostiziert. Wenn Sie sich um ein kleines Kind sorgen, sprechen Sie mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Dieser Test ist für Erwachsene gemacht.
Ja, wenn die Abklärung in einer Praxis mit Kassenzulassung stattfindet. Private Praxen berechnen sie oft selbst. Dieser Selbsttest ist kostenlos und braucht keine Überweisung.
Der ADHS-Test dauert etwa 5 Minuten. Er besteht aus kurzen Aussagen, die Sie intuitiv beantworten können — es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.
Direkt nach Abschluss erhalten Sie Ihr persönliches Neuroprofil, in dem Ihr Wert auf der mit ADHS assoziierten Skala gemeinsam mit den übrigen Skalen ausgewertet wird.
Ja, der ADHS-Test ist vollständig kostenlos. Sie benötigen lediglich eine E-Mail-Adresse, an die wir Ihnen einen sechsstelligen Code schicken. Nach der Eingabe sehen Sie sofort Ihr Ergebnis.
Es gibt keine versteckten Kosten und keine Verpflichtung. Der Test wird von Zensitively selbst finanziert.
Nein. Der Test stellt keine Diagnose und beantwortet eine andere Frage: wie Sie wahrnehmen, fokussieren und reagieren, und was Sie das im Alltag kostet.
Was der Test bietet, ist eine fundierte Selbsteinschätzung: Ihr Wert auf der mit ADHS assoziierten Skala im Zusammenhang mit den übrigen Skalen — für viele Menschen der Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Fachleuten.
Ja. Ihre Antworten werden nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verschlüsselt gespeichert und niemals an Dritte verkauft oder weitergegeben.
ADHS-Muster überschneiden sich deutlich mit Autismus und Hochsensibilität. Ein Test, der nur nach ADHS-Mustern fragt, kann diese Überschneidungen nicht zeigen.
Dieser Test erfasst neben dem Kinetisch-kognitiven Lernstil, der mit ADHS assoziiert ist, auch Emotionale Überwältigung (assoziiert mit RSD), Camouflagieren und Alexithymie — Bereiche, die den Alltag vieler Menschen mit ADHS prägen, nach denen reine ADHS-Tests aber meist nicht fragen.
So sehen Sie Ihren Wert auf der mit ADHS assoziierten Skala im Zusammenhang mit den übrigen Skalen, statt ihn isoliert zu betrachten.
Viele ADHS-Selbsttests im Netz beruhen auf dem ASRS v1.1. Das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) ist ein eigener Fragebogen mit 60 Aussagen und sieben Skalen; die mit ADHS assoziierte Skala Kinetisch-kognitiver Lernstil wurde an den Conners-Skalen (CAARS) geprüft und stimmt eng mit ihnen überein.
Verglichen werden Ihre Werte mit denen vieler Erwachsener, die das ZNI aus eigenem Antrieb ausgefüllt haben. Insgesamt wurde es bereits über 155.000 Mal beantwortet, in sieben Sprachen. Auch die Kriteriumsvalidität wurde geprüft: Menschen mit ADHS-Diagnose erreichen auf der mit ADHS assoziierten Skala deutlich höhere Werte als Menschen ohne Diagnose. Alle Zahlen, Stichproben und Grenzen stehen in der technischen Dokumentation (Version 1.1, September 2026).
ADS — Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivität — ist eine veraltete Bezeichnung. Die diagnostischen Kategorien haben diese Unterscheidung inzwischen aufgelöst. Was früher als ADS bezeichnet wurde, fällt heute unter das ADHS-Spektrum als vorwiegend unaufmerksamer Typ.
ADHS ist ein Spektrum mit verschiedenen Ausprägungen. Manche Menschen sind nach außen hin unruhig, andere nach innen. Manche sind impulsiv in Handlungen, andere in Gedanken. Dieser Test bildet diese Vielfalt ab, ohne in Schubladen zu sortieren.
Oft erst spät — viele Frauen erhalten ihre Einordnung erst als Erwachsene, nicht selten erst, nachdem ihre eigenen Kinder eine ADHS-Diagnose bekommen haben und sie sich in den Fragebögen wiedererkennen. Typisch sind außerdem Verstärkungen in hormonellen Umbruchphasen, etwa nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren.
Für einen Selbsttest heißt das: Er sollte nach innerem Erleben fragen, nicht nur nach sichtbarem Verhalten. Unsere Aussagen fragen danach, wie Sie selbst Ihr Wahrnehmen, Fokussieren und Reagieren erleben — mehr dazu im Abschnitt „ADHS bei Frauen“ weiter oben auf dieser Seite.
Mit Menschen, die das ZNI aus eigenem Anlass gesucht haben, nicht mit der Allgemeinbevölkerung.