Zensitively®

Autismus-Spektrum Selbsttest

Autismus Test für Erwachsene

Mit diesem kurzen Test erhalten Erwachsene eine erste Orientierung zu Mustern, die mit dem Autismus-Spektrum assoziiert sind, wie Monotropismus und Camouflagieren, und zu verwandten Bereichen wie Hochsensibilität und ADHS.

Der Test ist ein erster Schritt, um das eigene Erleben besser zu verstehen und sowohl Entwicklungspotenziale als auch Herausforderungen zu erkennen.

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Autismus Selbsttest für Erwachsene

Autismus wurde lange als eine seltene Störung betrachtet, die nur wenige Menschen betrifft. Von einem bösen Geist war die Rede, der Eltern ihrer Kinder beraube. Heute sieht die Neurodiversitätsbewegung, zu der viele Forschende und autistische Menschen selbst gehören, Autismus nicht mehr als Störung — sondern als eine natürliche neurologische Veranlagung, die zu einer eigenen Art des Denkens, Fühlens und Wahrnehmens führt. Die medizinischen Klassifikationen ICD-11 und DSM-5-TR führen Autismus weiterhin als Störung, als Autismus-Spektrum-Störung. Keine Störung heißt dabei nicht keine Behinderung: Autismus kann eine Behinderung sein, ohne eine Störung zu sein.

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation war 2021 weltweit etwa eine von 127 Personen autistisch. Der Begriff Autismus ist dabei einem starken Wandel unterworfen. Es überrascht daher nicht, dass viele Menschen nicht so richtig wissen, was Autismus eigentlich ist. Hinter der Andersartigkeit und dem Wunsch nach einer klaren Antwort verbergen sich oft besondere Lebensgeschichten.

Dieser Selbsttest beruht auf dem Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI), einem psychometrischen Fragebogen mit veröffentlichten Gütekriterien. In etwa 5 Minuten beschreiben Sie, wie Sie wahrnehmen, fokussieren und reagieren. Ihr Neuroprofil wertet Ihre Antworten auf sieben Skalen aus, darunter Monotropismus und Camouflagieren, die mit Autismus assoziiert sind, mit Vergleichswerten aus 9.270 deutschsprachigen Erstteilnahmen. Das Camouflagieren, also das Maskieren, erfassen RAADS-R und AQ nicht als eigene Skala.

Autismus Symptome bei Erwachsenen

Autismus-Symptome bei Erwachsenen sehen selten so aus wie das Bild, das die meisten Menschen im Kopf haben. Die Kriterien, aus denen dieses Bild stammt, wurden vor einigen Jahrzehnten an Kindern entwickelt – überwiegend an westeuropäischen Jungen, in Situationen, die mit einem erwachsenen Leben wenig zu tun haben. Was bei Erwachsenen sichtbar wird, ist deshalb fast immer durch Jahrzehnte der Anpassung hindurch gefiltert. Auch bei Frauen, bei denen sich Symptome oft anders ausdrücken, werden viele Symptome daher leider übersehen.

Erwachsene beschreiben ihr Erleben selten in der Sprache der Diagnosekriterien. Die häufigsten Beschreibungen, die wir täglich in unserer Arbeit erleben, sind folgende:

Die Erschöpfung kommt nicht von der Arbeit. Sie kommt vom Dazwischen – vom Navigieren unausgesprochener Regeln, vom Sortieren dessen, was gerade gemeint war, vom Aufrechterhalten einer Version von sich, die anschlussfähig ist. Viele autistische Erwachsene mögen Menschen sehr. Was Energie kostet, ist nicht die Zuwendung, sondern die Übersetzungsarbeit.

Die Aufmerksamkeit ist nicht gestört, sie ist fokussiert und gebündelt. Was in der Monotropismus-Theorie beschrieben wird, zeigt sich im Alltag als etwas sehr Konkretes: Sie können stundenlang in einem Thema verschwinden und dabei Hunger, Durst und Termine vergessen – und gleichzeitig kostet es unverhältnismäßig viel Kraft, aus diesem Zustand herausgeholt zu werden. Beides ist dieselbe Veranlagung.

Die Wahrnehmung ist ungleichmäßig, nicht durchgängig empfindlich. Geräusche, Licht, Gerüche, Stoffe am Körper kommen intensiver an. Zugleich gibt es Bereiche, in denen erstaunlich wenig ankommt. Von außen wirkt das widersprüchlich; nach der Monotropismus-Theorie ist es folgerichtig, weil das, was Aufmerksamkeit erhält, in hoher Detailtiefe verarbeitet wird und das Übrige nicht.

Vorhersehbarkeit ist keine komische Eigenart. Routinen, Vorbereitung, Rückzugszeiten sind die Mittel, mit denen ein Nervensystem, das ohnehin viel verarbeitet, unter der Überlastungsgrenze bleibt. Fallen sie weg, wird sichtbar, wie viel Arbeit sie vorher abgenommen haben.

Gefühle sind da, auch wenn sie manchmal ungreifbar sind. Vielen autistischen Erwachsenen fällt es schwer, das eigene Empfinden zu benennen. Diese Schwierigkeit wird manchmal auch Alexithymie genannt (die das ZNI als eigene Skala erfasst). Unserer Ansicht nach liegt das nicht daran, dass etwas fehlt, sondern dass nicht-autistische (allistische) Menschen das Berichten über die Gefühle eher sozial konstruieren, als wirklich spüren. Autistische Menschen fallen eher auf, da sie nicht genauso gut sozial konstruieren können und unter der dahinterliegenden Unfähigkeit, auf die Emotion zuzugreifen, aufgrund höherer Sensibilität stärker leiden. Unserer Ansicht nach ist diese Unfähigkeit auch kulturell bestimmt, da wir wenig Ressourcen vermitteln, um die eigenen Gefühle unvermittelt zu erfassen und zu beschreiben.

Das Maskieren kostet mehr, als man sieht. Was nach außen nach Normalität aussieht, ist für viele autistische Menschen harte Arbeit. Die Rechnung für das Maskieren kommt nicht sofort, sondern zeitlich verzögert. Genau das macht es so schwierig. Zu den Folgen, die viele beschreiben, gehören chronische Erschöpfung, das Gefühl, das eigene Selbst nicht mehr zu finden, und manchmal ein Zusammenbruch, der von außen aus dem Nichts zu kommen scheint. In den Diagnosekriterien wird das Maskieren bislang nur am Rande erwähnt. Das Problem mit dem Maskieren ist auch, dass Maskieren unbewusst passiert.

Autismus Test für Erwachsene: Warum so viele spät entdecken

Viele Erwachsene erfahren erst in ihren 30ern, 40ern oder sogar noch später, dass sie autistisch sind. Das liegt nicht daran, dass Autismus im Erwachsenenalter entsteht — die Veranlagung war immer da. Es liegt daran, dass das System sie übersehen hat.

Die Diagnosekriterien für Autismus wurden über Jahrzehnte an Kindern entwickelt, vor allem an Jungen. Erwachsene — und insbesondere Frauen — fallen leicht durch dieses Raster. Wer gelernt hat, sich anzupassen und die eigenen Besonderheiten zu verstecken, wird in Tests und Diagnostik leicht übersehen.

Viele autistische Erwachsene haben über Jahre oder Jahrzehnte gelernt, eine Art Performance aufrechtzuerhalten. Man nennt das Maskieren oder Camouflagieren. Äußerlich wirken sie unauffällig, funktionieren im Job, haben Beziehungen. Innerlich aber fühlt sich vieles falsch an. Ein durchdringendes Gefühl, nicht dazuzugehören. Erschöpfung, die nicht von der Arbeit kommt, sondern vom ständigen So-tun-als-ob.

Das ist einer der Gründe, warum ein guter Autismus Test für Erwachsene anders gedacht werden muss. Er sollte auch nach dem Maskieren fragen — nicht nur nach den offensichtlichen Merkmalen, die bei Kindern beobachtet werden.

Autismus Spektrum Test: Warum eine Dimension nicht genügt

Autismus kann sich für Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Geschichte des Begriffes beschäftigt haben, wie eine homogene Kategorie anfühlen. Man kann schnell denken, dass autistische Menschen auf eine bestimmte Art und Weise ticken. Aber das ist nicht so. Autismus ist ein breites Spektrum und es gibt ganz viele unterschiedliche Wege, autistisch zu sein.

Viele Tests, die wir heute haben, bilden nur einen Teil dessen ab, was Autismus ausmacht. Die Forschung zeigt immer wieder, dass bestimmte Dinge übersehen werden: kulturelle Unterschiede zum Beispiel, oder Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Das Problem dabei ist aus unserer Sicht: Die Psychotherapie und die Psychiatrie versuchen, aus Autismus eine in sich schlüssige und stimmige Sache zu machen, um Diagnosen zu vereinheitlichen und einfacher zu gestalten. Aber das ist Autismus nicht. Autismus ist ein multi-dimensionales Spektrum, das ganz viele verschiedene Arten des Denkens, Fühlens, Lernens und Handelns umfasst.

Die Diagnosekriterien für Autismus beschreiben fast ausschließlich Defizite. Sie suchen nach Schwächen — und finden sie, auch dort, wo man mit anderem Blick eine Eigenart sehen könnte. Denn vieles ist letztlich eine Frage der Perspektive.

Deshalb sollte ein guter Test ein breiteres Spektrum der Neurodiversität abbilden. Er sollte danach schauen, was die Person eigentlich ausmacht; was sie für Eigenschaften hat. Wie sie funktioniert — oder funktionieren würde, in einer gesunden Umgebung.

Unser Test stellt keine Diagnose und ist nicht medizinisch. Er beschreibt stattdessen — so gut es geht — Ihr Neuroprofil: wie Sie selbst Ihr Wahrnehmen, Fokussieren und Reagieren erleben, auf sieben Skalen. Unserer Erfahrung nach können Menschen mit einem solchen Gesamtbild mehr anfangen als mit einer einzelnen Punktzahl.

So können sich viele Muster z.B. auch mit ADHS überschneiden; ein Test, der nur in eine Richtung fragt, kann das nicht zeigen. Hochsensibilität ist auch ein Bereich. Unserer Ansicht nach ist die Hochsensibilität eine eigenständige Dimension des autistischen Erlebens — und grundlegend für die Erfahrung vieler neurodivergenter Menschen; die Forschung behandelt Hochsensibilität und Autismus bislang als getrennte Konzepte. In vielen reinen Autismus Tests findet sie leider wenig Beachtung.

Asperger-Test: Was Sie heute stattdessen brauchen

Wer nach einem Asperger-Test sucht, sucht meistens etwas Bestimmtes: eine Einschätzung für autistische Muster ohne Sprachverzögerung und ohne intellektuelle Beeinträchtigung — das, was lange „hochfunktional“ genannt wurde. Diese Suche ist völlig berechtigt. Nur der Begriff dahinter hat sich weiterentwickelt.

Das sogenannte Asperger-Syndrom — geprägt durch Hans Asperger, einen Psychiater der 1940er Jahre — wurde lange als eigene Diagnose geführt. Die internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) hat diese Unterteilung aufgelöst und Autismus als ein einziges Spektrum anerkannt. Das bedeutet: Es gibt keine zwei „Arten“ von Autismus, sondern eine breite Bandbreite an Erscheinungsformen.

Der Begriff „hochfunktional“ ist dabei besonders problematisch. Er suggeriert, dass manche autistische Menschen keine Unterstützung brauchen, weil sie nach außen hin funktionieren. Doch genau dieses Funktionieren hat oft einen hohen Preis — in Form von chronischer Erschöpfung, Maskieren und einem Gefühl, das eigene Selbst verloren zu haben. Diese Symptome erscheinen vielleicht so, als bräuchte die Person keine Unterstützung, doch sie können langfristig enorme Konsequenzen haben.

Was Sie heute also brauchen, ist kein separater oder spezieller Asperger-Test, sondern ein Test, der ein breites Spektrum abbildet und auch nach dem Maskieren fragt. Unser Test erfasst das Camouflagieren als eigene Skala, also das, was nach außen oft unsichtbar bleibt.

Autismus bei Frauen

Viele autistische Menschen maskieren. Dieses Maskieren, das auch Camouflagieren genannt wird, ist oft sehr leidvoll und begleitet die Person nicht selten über ihr gesamtes Leben. Die Forschung zeigt, dass autistische Frauen im Durchschnitt stärker maskieren als autistische Männer (Hull u. a., 2020). Das trägt vermutlich dazu bei, dass sie häufiger übersehen und zu selten diagnostiziert werden.

Vor allem junge Frauen und Mädchen werden so leider übersehen und entdecken ihren Autismus erst in ihren 30ern und 40ern. Das Problem dabei: je früher man versteht, dass man anders tickt, umso einfacher wird es im Leben.

Wir haben deshalb unseren Test so aufgebaut, dass er nach Erleben fragt statt nach Stereotypen und das Camouflagieren als eigene Skala erfasst. Damit möchten wir die Erfahrungswelt autistischer Frauen genauso ernst nehmen wie die autistischer Männer. Nach Ihrem Geschlecht fragt der Test nicht.

Bin ich autistisch? — Anzeichen im Alltag

„Bin ich autistisch?“ — das ist eine Frage, die sich viele Menschen stellen, oft nach Jahren des Zweifelns. Dabei geht es selten um eine klare Checkliste, die man abhaken kann. Es geht eher um Muster, die sich durch das ganze Leben ziehen.

Vielleicht kennen Sie das: Sie fühlen sich in sozialen Situationen schnell erschöpft — nicht weil Sie Menschen nicht mögen, sondern weil es Sie Energie kostet, die unausgesprochenen Regeln zu navigieren. Oder Sie haben Interessen, in die Sie sich so tief vertiefen können, dass die Zeit aufhört zu existieren.

Vielleicht reagieren Sie auf bestimmte Reize — Geräusche, Licht, Texturen — intensiver als andere Menschen. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen Sie erstaunlich resilient wirken. Diese Mischung aus Hochsensibilität und scheinbarer Unberührtheit ist typisch für das autistische Erleben und wird in der Forschung als Monotropismus beschrieben: die Aufmerksamkeit wird nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentriert sich intensiv auf bestimmte Bereiche, während andere in den Hintergrund treten.

Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Routinen zu ändern, oder Sie brauchen nach einem Tag unter Menschen deutlich mehr Rückzug als andere. Vielleicht haben Sie das Gefühl, nie ganz in die Welt zu passen — trotz aller Anstrengung.

Aus Sicht der Neurodiversität sind das keine Defizite, sondern Hinweise darauf, wie Ihr Nervensystem funktioniert. Und das zu verstehen, kann sehr viel verändern.

Einordnung gegenüber RAADS-R und AQ

Wer sich online auf autistische Merkmale testen möchte, begegnet vor allem zwei Instrumenten: dem RAADS-R und dem AQ. Der RAADS-R (Ritvo Autism Asperger Diagnostic Scale — Revised) wurde 2011 von Riva Ariella Ritvo und Kolleg*innen entwickelt — 80 Fragen, speziell für Erwachsene. Der AQ (Autism-Spectrum Quotient) stammt von Simon Baron-Cohen und seinem Team in Cambridge, aus dem Jahr 2001 — 50 Fragen. Viele Autismus-Selbsttests im Netz bauen auf einem der beiden auf.

In der ursprünglichen Validierungsstudie (Ritvo u. a., 2011) erreichte der RAADS-R sehr hohe Werte für Sensitivität und Spezifität. Eine unabhängige Untersuchung kam zu einem anderen Ergebnis: Jones und Kolleg*innen (2021) werteten die RAADS-R-Ergebnisse von 50 Erwachsenen aus, die an einen spezialisierten Autismus-Dienst des britischen Gesundheitssystems (NHS) überwiesen worden waren. Das RAADS-R-Ergebnis hing dort nicht mit dem späteren Diagnose-Ergebnis zusammen: Der Median lag bei Personen mit Diagnose bei 138 Punkten, bei Personen ohne Diagnose bei 154, ein statistisch nicht bedeutsamer Unterschied. Die Sensitivität betrug 100 Prozent, die Spezifität 3,03 Prozent; fast alle Personen, die keine Diagnose erhielten, lagen über dem Grenzwert. Die Stichprobe ist klein und bestand nur aus Menschen, die bereits zur Autismus-Diagnostik überwiesen worden waren. Sie zeigt aber, dass der Grenzwert dort kaum zwischen Menschen mit und ohne spätere Diagnose unterschied.

Beim AQ sehen wir eine andere Grenze: Er enthält keine Fragen zum Maskieren. Wer gelernt hat, die eigenen Besonderheiten zu überspielen, beantwortet manche Fragen womöglich so, wie die antrainierte Anpassung es nahelegt, und nicht so, wie er oder sie die Situation tatsächlich erlebt. Um das Maskieren gesondert zu erfassen, haben Hull und Kolleg*innen (2019) ein eigenes Instrument entwickelt, den Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q).

Das ZNI zieht daraus zwei Konsequenzen. Erstens erfasst es das Camouflagieren als eigene Skala. Zweitens stellt es die mit Autismus assoziierten Skalen in ein Gesamtbild aus sieben Skalen, statt eine einzelne Punktzahl gegen einen Grenzwert zu halten; Trennwerte enthält es nicht. Eine Diagnose stellt keines dieser Verfahren. Aber das ZNI ist neurodiversität-affirmierend und zeigt Ihnen, wie Sie wahrnehmen, fokussieren und reagieren — statt nur, ob Sie über einer Linie liegen.

Die Gütekriterien des Zensitively Neurodivergenz-Inventars (ZNI) sind veröffentlicht: Die Skala Monotropismus erreicht gegenüber dem Monotropism Questionnaire 90 Prozent, die Skala Camouflagieren gegenüber dem CAT-Q 95 Prozent der über denselben Zeitraum erreichbaren Übereinstimmung; die internen Konsistenzen liegen bei α = .85 und .91, die Stabilität über 14 bis 90 Tage bei r = .73 und .79. Alle Kennwerte, Stichproben und Grenzen stehen in der Technischen Dokumentation des ZNI, Version 1.0.

Autismus Diagnose bei Erwachsenen

Wer in Deutschland eine Autismus Diagnose anstrebt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass hierzulande nach wie vor nach der ICD-10 diagnostiziert wird, obwohl die ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation seit 2022 international in Kraft ist.

Die ICD-10 teilt Autismus noch in Kategorien ein — frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, atypischer Autismus. Diese Einteilung gilt inzwischen als überholt. Mit der ICD-11 wird Autismus endlich als ein Spektrum anerkannt, aber die defizitäre Sprache bleibt. Auch die neuen Kriterien gehen von einem medizinischen Modell aus, das Autismus als Störung begreift.

Für Erwachsene ist die Situation besonders schwierig. Viele etablierte Verfahren wurden ursprünglich für die Diagnostik bei Kindern entwickelt, und die Kindheitsgeschichte lässt sich im Erwachsenenalter oft nur noch lückenhaft erheben. Das Maskieren, das viele Erwachsene über Jahrzehnte eingeübt haben, ist im Gespräch schwer zu erkennen. Und die Symptome, die im Erwachsenenalter auftreten, unterscheiden sich deutlich von denen in der Kindheit.

Was bei der Wahl einer diagnostischen Stelle wichtig ist: Das Personal sollte mit dem Neurodiversitäts-Paradigma vertraut sein und moderne wissenschaftliche Standards anwenden. Forschende wie Prof. Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett schlagen vor, von „Erkundung“ statt „Diagnose“ zu sprechen — weil es nicht darum geht, eine Störung festzustellen, sondern die eigene neurologische Veranlagung zu verstehen.

Vielleicht das wichtigste Kriterium: Die Person, die Sie begleitet, sollte Ihnen das Gefühl geben, verstanden zu werden. Nicht als Fall, sondern als Mensch.

Autismus-Test für Kinder: Was Eltern wissen sollten

Unser Test ist für Erwachsene entwickelt — die Fragen setzen ein erwachsenes Leben voraus, mit Arbeitsalltag, Beziehungserfahrung und Jahren der Selbstbeobachtung. Für Kinder ist er deshalb nicht geeignet. Wenn Sie sich Fragen zu Ihrem Kind stellen, führt der verlässlichste Weg über eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) — dort gibt es Diagnostik, die für Kinder entwickelt wurde und die Entwicklungsgeschichte einbezieht.

Zwei Dinge möchten wir Ihnen trotzdem mitgeben. Erstens: Früh zu verstehen, wie das eigene Kind tickt, ist eines der wertvollsten Geschenke — nicht, um ein Etikett zu haben, sondern um das Umfeld so zu gestalten, dass es zum Nervensystem des Kindes passt statt gegen es zu arbeiten.

Und zweitens: Viele Eltern, die sich für ihr Kind mit Autismus beschäftigen, erkennen auf dem Weg etwas Unerwartetes — sich selbst. Neurodivergenz liegt oft in Familien. Wenn Ihnen beim Lesen dieser Seite Dinge bekannt vorkamen, ist unser Test für Sie da: für Ihr eigenes Neuroprofil.

Was diesen Autismus-Test von anderen unterscheidet

Ein Schlusswort zum Thema Autismus und Neurodiversität: Ja, dieser Test funktioniert auch als Autismus Test für Erwachsene: Sie erhalten keine medizinische Diagnose, aber ein Bild davon, wie ausgeprägt Muster bei Ihnen sind, die mit Autismus assoziiert sind. Aber er geht darüber hinaus: Es ist eine Einladung, das eigene Nervensystem gründlicher kennenzulernen — und zwar auf eine wissenschaftlich orientierte, positive, wertschätzende Art.

Ein Test, der nur nach autistischen Defiziten sucht, findet vor allem Defizite. Was dabei verloren geht, ist das Nervensystem dahinter — eines, das tiefer wahrnimmt, sich intensiver fokussieren kann und in der passenden Umgebung aufblüht. Wer das eigene Muster versteht, hat mehr in der Hand als ein Testergebnis: einen Ausgangspunkt, das eigene Leben passender zu gestalten.

Quellen

  • Zensitively (2026). Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI): Technische Dokumentation, Version 1.0. Zensitively GmbH, Hamburg. zensitively.com/neurodivergenz-inventar
  • Ritvo, R. A., Ritvo, E. R., Guthrie, D., Ritvo, M. J., Hufnagel, D. H., McMahon, W., Tonge, B., Mataix-Cols, D., Jassi, A., Attwood, T., & Eloff, J. (2011). The Ritvo Autism Asperger Diagnostic Scale-Revised (RAADS-R): a scale to assist the diagnosis of Autism Spectrum Disorder in adults. Journal of Autism and Developmental Disorders, 41(8), 1076–1089.
  • Baron-Cohen, S., Wheelwright, S., Skinner, R., Martin, J., & Clubley, E. (2001). The Autism-Spectrum Quotient (AQ): evidence from Asperger syndrome/high-functioning autism, males and females, scientists and mathematicians. Journal of Autism and Developmental Disorders, 31(1), 5–17.
  • Jones, S. L., Johnson, M., Alty, B., & Adamou, M. (2021). The effectiveness of RAADS-R as a screening tool for adult ASD populations. Autism Research and Treatment, 2021, 9974791. https://doi.org/10.1155/2021/9974791
  • Hull, L., Mandy, W., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P., & Petrides, K. V. (2019). Development and Validation of the Camouflaging Autistic Traits Questionnaire (CAT-Q). Journal of Autism and Developmental Disorders, 49(3), 819–833.
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  • Hull, L., Lai, M.-C., Baron-Cohen, S., Allison, C., Smith, P., Petrides, K. V., & Mandy, W. (2020). Gender differences in self-reported camouflaging in autistic and non-autistic adults. Autism, 24(2), 352–363. https://doi.org/10.1177/1362361319864804
  • World Health Organization (2025). Autism [Fact sheet]. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/autism-spectrum-disorders
  • World Health Organization (2024). ICD-11 for Mortality and Morbidity Statistics, 6A02 Autism spectrum disorder. https://icd.who.int/
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  • AWMF (2016). Autismus-Spektrum-Störungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter, Teil 1: Diagnostik. Interdisziplinäre S3-Leitlinie, AWMF-Registernummer 028-018.
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  • Murray, D., Lesser, M., & Lawson, W. (2005). Attention, monotropism and the diagnostic criteria for autism. Autism, 9(2), 139–156. https://doi.org/10.1177/1362361305051398
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  • Botha, M., & Frost, D. M. (2020). Extending the minority stress model to understand mental health problems experienced by the autistic population. Society and Mental Health, 10(1), 20–34. https://doi.org/10.1177/2156869318804297
Nazim Venutti, MSc Psych
Nazim Venutti, MSc Psych

ist Klinischer Psychologe und Gründer von Zensitively. Er hat sich auf Neurodiversität spezialisiert – insbesondere ADHS, Autismus und Hochsensibilität – und das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) entwickelt, dessen Gütekriterien in einer technischen Dokumentation veröffentlicht sind. Als selbst neurodivergenter Mensch verbindet er klinische Expertise mit einer Perspektive aus Innen heraus. Mehr über den Autor

Häufig gestellte Fragen

Ob eine Autismus-Diagnose zutrifft, klären Fachärztinnen und Fachärzte oder Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten mit Erfahrung in der Autismus-Diagnostik. Grundlage in Deutschland ist die S3-Leitlinie zur Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen (AWMF 2016): ein ausführliches Gespräch über die eigene Entwicklung seit der Kindheit, wenn möglich Angaben von Angehörigen, Beobachtung und standardisierte Verfahren. Ein Online-Selbsttest stellt keine Diagnose.

Eine Diagnose hat eine klare Funktion: Sie öffnet den Zugang zu Therapie über die Krankenkasse, zu Nachteilsausgleich in Ausbildung, Studium und Beruf und zur Anerkennung einer Behinderung. Dafür muss sie einordnen. Die Kriterien beschreiben Autismus als Defizite und fragen, ob eine Kategorie zutrifft (DSM-5-TR); ein individuelles Neuroprofil abzubilden, ist nicht ihre Aufgabe. Aus Sicht der Neurodiversitätsbewegung kommt dabei das eigene Erleben zu kurz. Für viele ist eine Diagnose trotzdem ein wichtiger Schritt, weil sie dem Erleben einen Namen gibt, den Schule, Arbeitgeber und Behörden anerkennen.

Das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) beantwortet eine andere Frage. Es folgt dem Neurodiversitäts-Paradigma, nach dem neurodivergente Menschen vor allem durch ihre Umwelt belastet werden. Dazu zählen Diskriminierung durch Neuronormativität (Botha & Frost 2020), fehlender Zugang zu Ressourcen, die zum eigenen Nervensystem passen, und fehlender Nachteilsausgleich. Die 60 Aussagen zeigen, in welchen Bereichen Belastung entsteht und wie viel Sie nach eigener Angabe dafür zahlen, dass Ihr Nervensystem in einer neuronormativen Umwelt anders arbeitet.

Die beiden Skalen des ZNI, die mit Autismus assoziiert sind, sind psychometrisch geprüft. Monotropismus und Camouflagieren erreichen eine interne Konsistenz von .85 und .91 und eine Stabilität über zwei bis dreizehn Wochen von .73 und .79. Mit den Forschungsfragebögen zu beiden Konstrukten, dem Monotropism Questionnaire und dem CAT-Q, stimmen sie mit r = .67 und r = .69 überein (Technische Dokumentation des ZNI, Tabellen 2, 3 und 6). Das ZNI ist für Menschen gemacht, die sich selbst verstehen und ihren Alltag passender gestalten wollen, mit Diagnose, mit Selbstdiagnose oder ohne. Eine Diagnose stellt es nicht, und es ersetzt keine Abklärung.

Die Dreiteilung geht auf Lorna Wing und Judith Gould zurück, die 1979 Beeinträchtigungen in sozialer Interaktion, Kommunikation und Vorstellungsvermögen beschrieben (Wing & Gould 1979). ICD-11 und DSM-5-TR fassen Autismus heute in zwei Bereiche: anhaltende Defizite in sozialer Kommunikation und Interaktion sowie eingeschränkte, sich wiederholende Muster von Verhalten, Interessen oder Aktivitäten. Das DSM-5-TR zählt dazu auch eine Über- oder Unterempfindlichkeit gegenüber Reizen.

Die Neurodiversitätsbewegung liest dieselben Merkmale als eine Art zu sein und wahrzunehmen, nicht als Störung; ICD-11 und DSM-5-TR führen Autismus weiterhin als Störung. Keine Störung heißt dabei nicht keine Behinderung: Autismus kann eine Behinderung sein, ohne eine Störung zu sein. Die Monotropismus-Theorie von Dinah Murray, Mike Lesser und Wenn Lawson beschreibt Autismus als eine Art, Aufmerksamkeit zu verteilen: tief und anhaltend auf wenige Interessen statt breit auf vieles gleichzeitig (Murray, Lesser & Lawson 2005).

Im ZNI heißen die beiden Skalen, die mit Autismus assoziiert sind, Monotropismus und Camouflagieren (Maskieren). In der Normstichprobe von 9.270 Personen hängen sie nur mäßig zusammen (r = .39; Technische Dokumentation des ZNI, Tabelle 5): Wer sich tief und anhaltend konzentriert, maskiert nicht zwangsläufig stark, und umgekehrt. Deshalb zeigt das ZNI beide Skalen getrennt.

„Leichter Autismus“ ist keine Diagnose. Autistische Merkmale verteilen sich als Kontinuum über die gesamte Bevölkerung: Viele Menschen zeigen einzelne Merkmale in unterschiedlicher Stärke, ohne dass eine Diagnose zutrifft (Constantino & Todd 2003). Die Diagnosesysteme ziehen trotzdem eine Grenze, weil Behandlung, Nachteilsausgleich und Unterstützung eine klare Entscheidung brauchen.

Außerdem stehen autistische Merkmale oft nicht allein. In der Normstichprobe des ZNI teilen alle sieben Skalen einen starken gemeinsamen Faktor (hierarchisches Omega .82; Technische Dokumentation des ZNI, Abschnitt 7.1): Muster, die mit Autismus, ADHS, Hochsensibilität oder Alexithymie assoziiert sind, zeigen sich in denselben Antworten. Diagnosen trennen sie, weil die Versorgung Kategorien braucht. Das ZNI liest sie als Teile eines Profils: der Art, wie ein Mensch wahrnimmt und reagiert.

Auch innerhalb des ZNI wäre ein Etikett nicht belastbar: Welche der sieben Skalen bei einer Person am höchsten liegt, ist bei einer Wiederholung nach zwei Wochen bis drei Monaten nur in 47 Prozent der Fälle dieselbe (Zufall: 15 Prozent; Technische Dokumentation des ZNI, Abschnitt 2.3). Das Ergebnis zeigt deshalb alle Skalen nebeneinander, als Profil eines Menschen.

Bei Erwachsenen zeigen sich die Diagnosekriterien des DSM-5-TR im Alltag oft so: Unausgesprochene soziale Regeln und Zwischentöne bleiben schwer lesbar, Beziehungen folgen eigenen Mustern, Routinen und Vorhersehbarkeit geben Halt, Interessen werden tief und ausdauernd verfolgt, und Geräusche, Licht oder Berührungen kommen stärker oder schwächer an als bei anderen.

Viele dieser Anzeichen sind von außen kaum zu sehen, wenn sie maskiert werden, also eigene Reaktionen verborgen und das Verhalten anderer nachgeahmt wird. Autistische Frauen berichten im Durchschnitt mehr Camouflaging als autistische Männer; unter nicht-autistischen Erwachsenen fand dieselbe Studie keinen Unterschied (Hull u. a. 2020). Das kann erklären, warum Autismus bei Frauen oft später erkannt wird.

Das ZNI wurde deshalb auch mit Aussagen entwickelt, die nach Mustern fragen, wie sie bei Frauen häufiger beschrieben werden: nach innerem Erleben und nach dem Maskieren selbst. Camouflagieren ist eine eigene Skala mit 13 Aussagen; sie stimmt mit dem CAT-Q, dem Forschungsfragebogen zum Camouflaging, mit r = .69 überein (Technische Dokumentation des ZNI, Tabelle 6). Nach dem Geschlecht fragt das ZNI nicht. Entwickelt hat es Nazim Venutti, M.Sc. Klinische Psychologie, der seit 2012 mit neurodivergenten Erwachsenen arbeitet, auch mit Frauen, deren Autismus spät erkannt wurde.

Der Autismus-Test dauert etwa 5 Minuten. Er besteht aus kurzen Aussagen, die Sie intuitiv beantworten können — es gibt keine richtigen oder falschen Antworten.

Direkt nach Abschluss erhalten Sie Ihr persönliches Neuroprofil, in dem Ihre Werte auf den mit Autismus assoziierten Skalen gemeinsam mit den übrigen Skalen ausgewertet werden.

Ja, der Autismus-Test ist vollständig kostenlos. Sie benötigen lediglich eine E-Mail-Adresse, damit wir Ihnen Ihr Neuroprofil sicher zustellen können.

Es gibt keine versteckten Kosten und keine Verpflichtung. Der Test wird von Zensitively selbst finanziert.

Nein. Der Test stellt keine Diagnose und beantwortet eine andere Frage: wie Sie wahrnehmen, fokussieren und reagieren, und was Sie das im Alltag kostet. Das ZNI enthält keine Trennwerte.

Was der Test bietet, ist eine fundierte Selbsteinschätzung: Ihre Werte auf den mit Autismus assoziierten Skalen im Zusammenhang mit den übrigen Skalen — für viele Menschen der Ausgangspunkt für ein Gespräch mit Fachleuten.

Ja. Ihre Antworten werden nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verschlüsselt gespeichert und niemals an Dritte verkauft oder weitergegeben.

Autistische Merkmale überschneiden sich deutlich mit ADHS und Hochsensibilität. Ein Test, der nur nach autistischen Merkmalen fragt, kann diese Überschneidungen nicht zeigen — auch nicht AuDHD, also Autismus und ADHS gemeinsam.

Unser Test erfasst neben Monotropismus auch Camouflagieren, Hochsensibilität und Alexithymie — Bereiche, die für viele autistische Menschen zentral sind. Camouflagieren und Alexithymie erfassen RAADS-R und AQ nicht als eigene Skalen.

So sehen Sie ein Gesamtbild statt einer einzelnen Punktzahl an einem Grenzwert.

Das Zensitively Neurodivergenz-Inventar (ZNI) ist ein eigenes Inventar mit 60 Aussagen und sieben Skalen; die Skalen Monotropismus und Camouflagieren wurden gegen den Monotropism Questionnaire und den CAT-Q geprüft und erreichen 90 beziehungsweise 95 Prozent der über denselben Zeitraum erreichbaren Übereinstimmung.

Die Vergleichsgruppe sind 9.270 deutschsprachige Personen, die das ZNI 2026 erstmals beantwortet haben; bis September 2026 wurde es 155.609 Mal vollständig beantwortet. Kriteriumsvalidität gegenüber klinischen Diagnosen wurde nicht geprüft; das ZNI enthält keine Trennwerte. Alle Zahlen, Stichproben und Grenzen stehen in der technischen Dokumentation (Version 1.0, September 2026).

Wenn Sie bereits eine Asperger-Diagnose haben: Sie bleibt gültig. Mit der ICD-11 wird sie heute als Teil des Autismus-Spektrums verstanden — Sie müssen sich nicht neu diagnostizieren lassen, und niemand nimmt Ihnen die Einordnung weg.

Für die Selbsterkundung heißt das: Suchen Sie nicht nach einem separaten Asperger-Test, sondern nach einem Test, der ein breites Spektrum abbildet und auch das Maskieren einbezieht. Unser Test erfasst das Camouflagieren als eigene Skala.

Autistische Frauen werden häufig übersehen und zu selten diagnostiziert. Die Forschung zeigt, dass autistische Frauen im Durchschnitt stärker maskieren als autistische Männer — sie lernen, ihre Besonderheiten zu verstecken, was sie in Tests und Diagnostik leicht übersehen lässt.

Unser Test fragt nach Erleben statt nach Stereotypen und erfasst das Camouflagieren als eigene Skala. Nach dem Geschlecht fragt er nicht.

Mit Menschen, die das ZNI aus eigenem Anlass gesucht haben, nicht mit der Allgemeinbevölkerung; ihre Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht ist nicht bekannt.

Teil 1 – Frage 1 von 10
In mir passiert sehr viel.
Teil 1 – Frage 2 von 10
Ich leide darunter, wenn es viel Trubel gibt oder etwas viel Krach verursacht.
Teil 1 – Frage 3 von 10
Die Stimmungen anderer Menschen beeinflussen mich deutlich.
Teil 1 – Frage 4 von 10
Es fällt mir schwer, wenn viele Dinge gleichzeitig passieren.
Teil 1 – Frage 5 von 10
Ich reagiere sensibel auf Hitze, Lärm, Gerüche oder Stoffe am Körper.
Teil 1 – Frage 6 von 10
Ich nehme feine Nuancen in meiner Umwelt wahr, die andere übersehen.
Teil 1 – Frage 7 von 10
Musik in meinem Leben zu haben bedeutet mir viel.
Teil 1 – Frage 8 von 10
Ich brauche unbedingt Erholung, wenn ich merke, dass mein Nervensystem überreizt ist.
Teil 1 – Frage 9 von 10
Ich vermeide Gewalt in sozialen Medien, so gut ich kann.
Teil 1 – Frage 10 von 10
Starke Sinneseindrücke überfordern mich leicht.
Teil 2 – Frage 1 von 10
Es fällt mir oft schwer, das Thema zu wechseln, wenn ich mich lange mit einer Tätigkeit beschäftigt habe.
Teil 2 – Frage 2 von 10
Wenn ich mich auf eine Tätigkeit konzentriere, bemerke ich oft nicht, dass ich auf die Toilette muss.
Teil 2 – Frage 3 von 10
Wenn ich mich für ein Thema interessiere, lerne ich gern alles, was ich darüber erfahren kann.
Teil 2 – Frage 4 von 10
Ich verliere oft das Zeitgefühl, wenn ich einer Tätigkeit nachgehe, die ich leidenschaftlich gerne mache.
Teil 2 – Frage 5 von 10
Man sagt mir, dass ich auf Dinge fixiert bin.
Teil 2 – Frage 6 von 10
Es fällt mir schwer, mich mit einer Aufgabe zu beschäftigen, die mich nicht interessiert, selbst wenn sie wichtig ist.
Teil 2 – Frage 7 von 10
Ich konzentriere mich oft so sehr auf Aktivitäten, die mich interessieren, dass ich andere Ereignisse gar nicht mehr wahrnehme.
Teil 2 – Frage 8 von 10
Ich interessiere mich in der Regel nur für wenige Themen gleichzeitig.
Teil 2 – Frage 9 von 10
Wenn ich mich auf eine Tätigkeit konzentriere, merke ich oft nicht, dass ich durstig oder hungrig bin.
Teil 2 – Frage 10 von 10
Es ist beunruhigend, wenn ich unerwartet von etwas weggezogen werde, mit dem ich gerade beschäftigt bin.
Teil 3 – Frage 1 von 10
Ich bin oft übermäßig kritisch mit mir selbst.
Teil 3 – Frage 2 von 10
Ich kann mich nur schwer konzentrieren, es sei denn, die Aufgabe interessiert mich wirklich.
Teil 3 – Frage 3 von 10
Ich habe oft Probleme damit, mit einer Aufgabe anzufangen.
Teil 3 – Frage 4 von 10
Ich verliere schnell das Interesse an Dingen.
Teil 3 – Frage 5 von 10
Dinge, die ich sehe oder höre, lenken mich leicht von meiner aktuellen Tätigkeit ab.
Teil 3 – Frage 6 von 10
Es fällt mir schwer, für längere Zeit an einem Ort zu bleiben.
Teil 3 – Frage 7 von 10
Manchmal bin ich so in etwas vertieft, dass ich meine Umgebung nicht wahrnehme, während ich mich in anderen Momenten leicht ablenken lasse.
Teil 3 – Frage 8 von 10
Ich neige dazu, andere beim Sprechen zu unterbrechen.
Teil 3 – Frage 9 von 10
Ich fühle mich oft rastlos, als wäre ich ständig in Bewegung.
Teil 3 – Frage 10 von 10
Es fällt mir schwer, mehrere Dinge gleichzeitig im Auge zu behalten.
Teil 4 – Frage 1 von 10
Manchmal weiß ich nicht, was in mir vorgeht.
Teil 4 – Frage 2 von 10
Oft erkenne ich nicht, wann ich wütend bin.
Teil 4 – Frage 3 von 10
Es ist schwierig für mich zu beschreiben, wie ich anderen gegenüber empfinde.
Teil 4 – Frage 4 von 10
Es fällt mir schwer, die richtigen Worte für meine Gefühle zu finden.
Teil 4 – Frage 5 von 10
Ich habe körperliche Empfindungen, die selbst Ärzte nicht verstehen.
Teil 4 – Frage 6 von 10
Oft ist mir unklar, was ich gerade fühle.
Teil 4 – Frage 7 von 10
Ich bin häufig verwirrt über meine körperlichen Empfindungen.
Teil 4 – Frage 8 von 10
Wenn ich aufgeregt bin, weiß ich oft nicht, ob ich traurig, ängstlich oder wütend bin.
Teil 4 – Frage 9 von 10
Manchmal habe ich Gefühle, die ich nicht richtig einordnen kann.
Teil 4 – Frage 10 von 10
Es fällt mir leicht, meine Gefühle zu beschreiben.
Teil 5 – Frage 1 von 10
Ich spüre meine Emotionen oft körperlich, als hätte ich einen Schlag in die Brust bekommen oder wäre „verwundet“.
Teil 5 – Frage 2 von 10
Ich schäme mich, dass ich meine Emotionen nicht besser unter Kontrolle habe.
Teil 5 – Frage 3 von 10
Ich bin mein schärfster Kritiker.
Teil 5 – Frage 4 von 10
Ich erlebe plötzliche, extreme Traurigkeit, wenn ich denke, dass ich abgelehnt oder kritisiert wurde.
Teil 5 – Frage 5 von 10
Ich vermeide es, neue Leute kennenzulernen oder neue Dinge auszuprobieren, weil meine Angst vor Ablehnung und Kritik so stark ist.
Teil 5 – Frage 6 von 10
In sozialen Situationen fühle ich mich ängstlich, weil ich davon ausgehe, dass mich niemand mag.
Teil 5 – Frage 7 von 10
Ich erlebe plötzliche, intensive Wutausbrüche, wenn meine Gefühle verletzt werden.
Teil 5 – Frage 8 von 10
Man hat mich schon als „überempfindlich“ oder „übertrieben emotional“ bezeichnet, wegen meiner starken emotionalen Reaktionen.
Teil 5 – Frage 9 von 10
Ich gehe engen Freundschaften oder romantischen Beziehungen aus dem Weg, weil ich befürchte, dass andere mich nicht mögen würden, wenn sie mich wirklich kennen.
Teil 5 – Frage 10 von 10
Ich lehne Chancen ab oder vermeide es, neue Projekte zu starten, aus Angst zu scheitern.
Teil 6 – Frage 1 von 10
In Gesprächen achte ich darauf, meinen Gesprächspartnern das zu sagen, was sie hören wollen.
Teil 6 – Frage 2 von 10
Ich mache mir vorab Gedanken zu meinem Sozialverhalten, z.B. wie ich mich verhalten möchte oder worauf ich achten muss.
Teil 6 – Frage 3 von 10
Es fällt mir leicht, ich zu sein und dabei soziale Situationen zu meistern.
Teil 6 – Frage 4 von 10
Ich unterdrücke oft meine natürlichen Reaktionen, um nicht aufzufallen.
Teil 6 – Frage 5 von 10
Ich tue in sozialen Situationen so, als wäre ich normal - fühle mich aber nicht so.
Teil 6 – Frage 6 von 10
Manchmal beobachte ich, wie andere sich geben - und versuche dann, das zu übernehmen.
Teil 6 – Frage 7 von 10
Ich denke immer darüber nach, welchen Eindruck ich auf andere Menschen mache.
Teil 6 – Frage 8 von 10
Ich verstecke manche der Eigenschaften, die mich besonders machen, weil ich Angst vor Ablehnung habe.
Teil 6 – Frage 9 von 10
Ich fühle mich nicht wirklich authentisch in sozialen Situationen.
Teil 6 – Frage 10 von 10
Ich fühle mich frei, ich selbst zu sein, wenn ich mit anderen Menschen zusammen bin.