Viele Erwachsene spüren seit Jahren, dass etwas anders ist — ohne es benennen zu können. Dieser kostenlose Test hilft Ihnen, autistische Muster zu erkennen und einzuordnen.
Wissenschaftlich fundiert, nicht-defizitär und in wenigen Minuten abgeschlossen. Ihr Ergebnis zeigt Ihr individuelles Neuroprofil — keine Schubladen.






Autismus wurde lange als eine seltene Störung betrachtet, die nur wenige Menschen betrifft. Von einem bösen Geist war die Rede, der Eltern ihrer Kinder beraube. Heute sehen viele führende Forschende Autismus nicht mehr als Störung — sondern als eine natürliche neurologische Veranlagung, die zu einer einzigartigen Art des Denkens, Fühlens und Wahrnehmens führt.
Jede hundertste Person wird nach aktuellem Forschungsstand als autistisch erkannt. Der Begriff Autismus ist dabei einem starken Wandel unterworfen. Es überrascht daher nicht, dass viele Menschen nicht so richtig wissen, was Autismus eigentlich ist. Hinter der Andersartigkeit und dem Wunsch nach einer klaren Antwort verbergen sich oft besondere Lebensgeschichten.
Dieser Autismus-Selbsttest bietet Ihnen eine erste Orientierung. Er ersetzt keine professionelle Diagnose, aber er kann helfen, eigene Muster besser einzuordnen — und zwar aus einer Perspektive, die Ihr Erleben nicht als Defizit betrachtet, sondern als Teil einer natürlichen neurologischen Vielfalt. Der Test dauert etwa 4–6 Minuten und Ihre Daten werden vollständig vertraulich behandelt.
Viele Erwachsene erfahren erst in ihren 30ern, 40ern oder sogar noch später, dass sie autistisch sind. Das liegt nicht daran, dass Autismus im Erwachsenenalter entsteht — die Veranlagung war immer da. Es liegt daran, dass das System sie übersehen hat.
Die Diagnosekriterien für Autismus wurden über Jahrzehnte an Kindern entwickelt, vor allem an Jungen. Erwachsene — und insbesondere Frauen — fallen durch dieses Raster. Wer gelernt hat, sich anzupassen und die eigenen Besonderheiten zu verstecken, wird in den herkömmlichen Tests schlicht nicht erkannt.
Viele autistische Erwachsene haben über Jahre oder Jahrzehnte gelernt, eine Art Performance aufrechtzuerhalten. Man nennt das Maskieren oder Camouflagieren. Äußerlich wirken sie unauffällig, funktionieren im Job, haben Beziehungen. Innerlich aber fühlt sich vieles falsch an. Ein durchdringendes Gefühl, nicht dazuzugehören. Erschöpfung, die nicht von der Arbeit kommt, sondern vom ständigen So-tun-als-ob.
Das ist einer der Gründe, warum ein guter Autismus Test für Erwachsene anders gedacht werden muss. Er muss die maskierten Anteile sichtbar machen — nicht nur die offensichtlichen Merkmale, die bei Kindern beobachtet werden.
Autismus kann sich für Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Geschichte des Begriffes beschäftigt haben, wie eine homogene Kategorie anfühlen. Man kann schnell denken, dass autistische Menschen auf eine bestimmte Art und Weise ticken. Aber das ist nicht so. Autismus ist ein breites Spektrum und es gibt ganz viele unterschiedliche Wege, autistisch zu sein.
Die Tests, die wir heute haben, sind leider oft nicht sonderlich gut darin, zu messen, was Autismus wirklich ist. Immer wieder finden wir heraus, dass wir bestimmte Dinge übersehen: kulturelle Unterschiede zum Beispiel, oder Unterschiede zwischen Männern und Frauen.
Das Problem dabei: die Psychotherapie und Psychiatrie versucht, aus Autismus eine in sich schlüssige und stimmige Sache zu machen, um Diagnosen zu vereinheitlichen und einfacher zu gestalten. Aber das ist Autismus nicht. Autismus ist ein multi-dimensionales Spektrum, das ganz viele verschiedene Arten des Denkens, Fühlens, Lernens und Handelns umfasst.
Die Diagnosekriterien für Autismus sind fast ausschließlich defizitär. Sie gucken nach — und finden — Schwächen. Sogar dort, wo keine sind. Denn vieles ist letztlich eine Frage der Perspektive.
Deshalb muss ein guter Test ein breiteres Spektrum der Neurodiversität abbilden. Er muss danach schauen, was die Person eigentlich ausmacht; was sie für Eigenschaften hat. Wie sie funktioniert — oder funktionieren würde, in einer gesunden Umgebung.
Unser Test stellt keine Diagnose und ist nicht medizinisch. Er versucht stattdessen — so gut es geht — das Neuroprofil abzubilden. Das heißt, die Art und Weise wie das Nervensystem funktioniert. Es stellt sich heraus, dass Menschen mit so einem Test viel mehr anfangen können.
So können sich viele Muster z.B. auch mit ADHS überschneiden. Oft führt daher ein zu simpler Test zu noch mehr Verwirrung. Hochsensibilität ist auch ein Bereich. Eigentlich ist die Hochsensibilität eine eigenständige Dimension des autistischen Erlebens — und so grundlegend für die Erfahrung der meisten neurodivergenten Menschen. Aber sie findet bei vielen reinen Autismus Tests leider zu wenig Beachtung.
Wer nach einem Asperger Test sucht, stößt auf einen Begriff, der zunehmend unter Kritik steht. Das sogenannte Asperger-Syndrom wurde lange als eine „hochfunktionale" Variante des Autismus verstanden — geprägt durch Hans Asperger, einen Psychiater der 1940er Jahre.
Diese Unterteilung in Kanner-Autismus und Asperger-Syndrom ist inzwischen fachlich überholt. Die internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) hat die Kategorien aufgelöst und Autismus als ein einziges Spektrum anerkannt. Das bedeutet: Es gibt keine zwei „Arten" von Autismus, sondern eine breite Bandbreite an Erscheinungsformen.
Der Begriff „hochfunktional" ist dabei besonders problematisch. Er suggeriert, dass manche autistische Menschen keine Unterstützung brauchen, weil sie nach außen hin funktionieren. Doch genau dieses Funktionieren hat oft einen hohen Preis — in Form von chronischer Erschöpfung, Maskieren und einem Gefühl, das eigene Selbst verloren zu haben.
Was früher unter „Asperger" eingeordnet wurde, wird heute als Teil des autistischen Spektrums verstanden. Unser Test bildet diese Vielfalt ab, ohne Menschen nach Funktionalität zu sortieren.
Viele autistische Menschen maskieren. Dieses Maskieren, das auch Camouflagieren genannt wird, ist oft sehr leidvoll und begleitet die Person nicht selten über ihr gesamtes Leben. Die aktuelle Forschung zeigt, dass vor allem Frauen oft noch stärker maskieren als Männer. Damit werden sie überproportional übersehen und dadurch zu selten diagnostiziert.
Vor allem junge Frauen und Mädchen werden so leider übersehen und entdecken ihren Autismus erst in ihren 30ern und 40ern. Das Problem dabei: je früher man versteht, dass man anders tickt, umso einfacher wird es im Leben.
Wir haben deshalb unseren Test so aufgebaut, dass er für Frauen typischere Aspekte des Autismus und der Neurodivergenz an sich, genauso respektiert und erfasst, wie die für Männer. Damit respektieren wir die autistisch-weibliche Erfahrungswelt genauso wie die männliche. Deshalb müssen wir im Test auch nicht fragen, ob Sie männlich oder weiblich sind.
„Bin ich autistisch?" — das ist eine Frage, die sich viele Menschen stellen, oft nach Jahren des Zweifelns. Dabei geht es selten um eine klare Checkliste, die man abhaken kann. Es geht eher um Muster, die sich durch das ganze Leben ziehen.
Vielleicht kennen Sie das: Sie fühlen sich in sozialen Situationen schnell erschöpft — nicht weil Sie Menschen nicht mögen, sondern weil es Sie Energie kostet, die unausgesprochenen Regeln zu navigieren. Oder Sie haben Interessen, in die Sie sich so tief vertiefen können, dass die Zeit aufhört zu existieren.
Vielleicht reagieren Sie auf bestimmte Reize — Geräusche, Licht, Texturen — intensiver als andere Menschen. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen Sie erstaunlich resilient wirken. Diese Mischung aus Hochsensibilität und scheinbarer Unberührtheit ist typisch für das autistische Erleben und wird in der Forschung als Monotropismus beschrieben: die Aufmerksamkeit wird nicht gleichmäßig verteilt, sondern konzentriert sich intensiv auf bestimmte Bereiche, während andere in den Hintergrund treten.
Vielleicht fällt es Ihnen schwer, Routinen zu ändern, oder Sie brauchen nach einem Tag unter Menschen deutlich mehr Rückzug als andere. Vielleicht haben Sie das Gefühl, nie ganz in die Welt zu passen — trotz aller Anstrengung.
All das sind keine Defizite. Es sind Hinweise darauf, wie Ihr Nervensystem funktioniert. Und das zu verstehen, kann sehr viel verändern.
Wer in Deutschland eine Autismus Diagnose anstrebt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die diagnostischen Praktiken hierzulande oft dem Forschungsstand der 1970er und 1980er entsprechen. In Deutschland wird praktisch nach wie vor nach der ICD-10 diagnostiziert, obwohl seit 2022 formell die ICD-11 gilt.
Die ICD-10 teilt Autismus noch in Kategorien ein — frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, atypischer Autismus. Diese Einteilung gilt inzwischen als überholt. Mit der ICD-11 wird Autismus endlich als ein Spektrum anerkannt, aber die defizitäre Sprache bleibt. Auch die neuen Kriterien gehen von einem medizinischen Modell aus, das Autismus als Störung begreift.
Für Erwachsene ist die Situation besonders schwierig. Viele Diagnose-Zentren setzen Testverfahren ein, die für Kinder entwickelt wurden. Das Maskieren, das Erwachsene über Jahrzehnte perfektioniert haben, wird selten erkannt. Und die Symptome, die im Erwachsenenalter auftreten, unterscheiden sich deutlich von denen in der Kindheit.
Was bei der Wahl einer diagnostischen Stelle wichtig ist: Das Personal sollte mit dem Neurodiversitäts-Paradigma vertraut sein und moderne wissenschaftliche Standards anwenden. Führende Forschende wie Prof. Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett schlagen vor, von „Erkundung" statt „Diagnose" zu sprechen — weil es nicht darum geht, eine Störung festzustellen, sondern die eigene neurologische Veranlagung zu verstehen.
Vielleicht das wichtigste Kriterium: Die Person, die Sie begleitet, sollte Ihnen das Gefühl geben, verstanden zu werden. Nicht als Fall, sondern als Mensch.
Ein Schlusswort zum Thema Autismus und Neurodiversität: Ja, dieser Test funktioniert auch als Autismus Test für Erwachsene, bei dem Sie natürlich keine medizinische Diagnose, aber ein Gefühl für autistische Anteile bekommen. Aber er geht darüber hinaus: Es ist eine Einladung, das eigene Nervensystem gründlicher kennenzulernen — und zwar auf eine wissenschaftlich orientierte, positive, wertschätzende Art.
Nicht, weil es „netter" ist, positiv zu sein. Sondern weil jedes Nervensystem anders ist — und Andersartigkeit nicht falsch, krank oder schlecht ist. Das ist die gelebte Grundidee der Neurodiversität — und wir als Institut freuen uns, diese zu verkörpern.

ist Klinischer Psychologe und Gründer von Zensitively. Er hat sich auf Neurodiversität spezialisiert – insbesondere ADHS, Autismus und Hochsensibilität – und diesen Test auf Grundlage validierter psychologischer Instrumente entwickelt. Als selbst neurodivergenter Mensch verbindet er klinische Expertise mit einer Perspektive aus Innen heraus.